«Forum»: Einschlafen mit allen Mitteln?

Ein Viertel der Bevölkerung leidet unter Schlafproblemen, Schlafmittel gehören zu den am meisten verkauften Medikamenten in der Schweiz. Ihr Einsatz ist aber umstritten. Greifen wir zu sorglos zu Medikamenten? Das «Forum» zum Thema.

Ob rezeptpflichtig oder frei erhältlich – Medikamente, die den Schlaf verheissen, sind begehrt. So liest man im Helsana-Arzneimittelreport, dass letztes Jahr 571'200 Menschen Benzodiazepine eingenommen haben. Medikamente dieser Gruppe gelten als wirksam, sie sind aber nicht unumstritten. Nicht rezeptpflichtige Schlafmittel gingen in den Apotheken gleich millionenfach über den Ladentisch.

Raubt uns die 24-Stunden-Gesellschaft den Schlaf?

Schlafforscher sind der Meinung, dass die weit verbreitete Schlaflosigkeit mit den Veränderungen in unserer Gesellschaft zu tun hat. Und der Schlafmangel hat nicht nur Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, sondern begünstigt auch Krankheiten. Zu diesem Thema treffen sich dieses Wochenende Schlafforscher aus aller Welt zum Kongress in Istanbul.

Zum Einsatz von Schlafmitteln sagen die eingeladenen Experten und Diskussionsteilnehmer:

Dr. Frank Locher in der Praxis am Schreibtisch.

Bildlegende: Dr. med. Frank Locher, Hausarzt. zvg

«  Es gibt schwierige Lebenssituationen, wie Trennung oder Tod des Partners, wo es Sinn macht, dem schlaflosen, erschöpften Patienten ein starkes Schlafmittel zu verschreiben. Jedoch immer nur für eine kurze Zeit. »
Porträt von PD Dr. med. Albert Wettstein.

Bildlegende: PD Dr. med. Albert Wettstein, ehem. Chefarzt Stadtärztlicher Dienst Zürich. zvg

«  Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine sollte man nur noch im Palliativbereich einsetzten und sonst verbieten. Sie sind hochschädlich. »
Porträt von Jürg Frey.

Bildlegende: Jürg Frey, Betroffener. zVg

«  Wenn ich nicht schlafen kann, grüble und studiere ich ohne Unterlass. Ab und zu ein Medikament ist ein Retter in der Not.  »

Hörer-Diskussion zum Thema

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