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Radio SRF 1 «Forum»: Energiewende – zu welchem Preis?

Nach Fukushima war für viele klar: Jetzt ist es Zeit, aus der Atomenergie auszusteigen. Unterdessen ist die Energiewende aber im politischen Alltag angelangt. Der Bundesrat will längerfristig auf Atomstrom verzichten. Doch der Weg ist steinig. Im «Forum» diskutieren Experten den Ausstieg.

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55 min

In einer mehrtägigen Debatte beugte sich der Nationalrat über die sogenannte Energiestrategie 2050. Im Kern geht es um die Frage: Wie viel sind wir bereit, für den Ausstieg aus der Atomenergie zu bezahlen?

Von günstigem Atomstrom profitieren

Die bestehenden Anlagen produzieren günstigen Strom, und das rund um die Uhr. Der Bundesrat will von diesem günstigen Strom weiter profitieren und die Atomkraftwerke deshalb so lange am Netz lassen, wie sie sicher sind.

Aber wie lange sind Atomkraftwerke sicher? Nach der Katastrophe von Fukushima könne man auch dem alten Meiler in Beznau nicht mehr trauen, sagen die Grünen. Beznau ist unterdessen weltweit das älteste Kernkraftwerk, das noch in Betrieb ist.

Der Stromkonzern Axpo hat aber mit Schadenersatzforderungen in der Höhe von Hunderten Millionen Franken gedroht, für den Fall, dass die Politik Beznau schon bald vom Netz nehmen möchte. Eine Forderung, für die am Ende die Allgemeinheit bezahlen müsste.

Höhere Stromrechnung für Konsumenten

Viel Geld braucht es auch für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Nationalrat hat am Dienstag mit 105 gegen 75 Stimmen entschieden, den Aufschlag auf den Strompreis für Fördergelder von 1,6 auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde zu erhöhen. Ohne diese Erhöhung könne das Potenzial der erneuerbaren Energien in der Schweiz nicht ausgeschöpft werden, betonte Energieministerin Doris Leuthard. Für einen Vierpersonenhaushalt bedeute die neue Obergrenze maximal Kosten von 100 Franken pro Jahr.

Porträt Urs Näf, Energieexperte Economiesuisse.
Legende: Urs Näf. zVg

Das sei aber nur ein kleiner Teil der Rechnung, sagt Urs Näf vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Wegen des Solar- und Windstroms müssten die elektrischen Leitungen zusätzlich ausgebaut werden. Und es brauche zusätzliche Speichermöglichkeiten für diesen Strom. Unter dem Strich werde die Energiewende viel teurer – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für jede Privatperson.

Die Energiewende wird viel teurer als allgemein angenommen. Deshalb müssen die alten Kernkraftwerke so lange am Netz bleiben, wie sie sicher sind.
Porträt Nick Beglinger, Präsident Swisscleantec
Legende: Nick Beglinger. Keystone

«Stimmt nicht», sagt dagegen die «Stimme der grünen Wirtschaft», Nick Beglinger vom Wirtschaftsverband Swisscleantech. Der Schweiz bleibe nach Fukushima gar keine andere Wahl als der Umbau der Energiepolitik. Und dieser Umbau lohne sich für die Wirtschaft und die Arbeitnehmer: Er schaffe neue Jobs und viele Innovationen im Energiebereich.

Die Energiewende ist eine riesige Chance für die Schweizer Wirtschaft. Deshalb braucht es jetzt eine klare Regelung, wie lange die AKWs am Netz bleiben.

Im Studio diskutierten

  • Nick Beglinger, Präsident des Wirtschaftsverbandes Swisscleantech
  • Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamtes für Energie
  • Urs Näf, Energieexperte beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse

76 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Mangold, Gelterkinden
    Ich wollte an einem Bachstück welches mir gehört ein Wasserrad mit immerhin 10 kW Leistung bauen. Die behördlichen Gebühren wären 9000 zudem wurde eine Hochwasserstudie verlangt welche 20000 kostet. Zusammen mit den Erstellungskosten und falls die KEV bezahlt würde, wäre die Anlage nach 29 Jahren aus den roten Zahlen. Da die Konzessiondauer jedoch willkürlich auf 30 Jahre festgelegt wurde könnte ich noch 1 Jahr für den Rückbau sparen - Fazit: Behörden wollen kein Kleinkraftwerk. Heinz Mangold
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  • Kommentar von Heinz Mangold, Gelterkinden
    Abschaltung der KKW's Das KKW Gösgen speist soviel elektische Energie ins Netz wie alle Flusskraftwerke am Rhein zusammen gerechnet. Neue Kraftwerke am Rhein sind jedoch keine mehr möglich. Schalten wir also das KKW Gösgen ab und verbieten alle Waschmaschinen - dies wäre klaren Wein eingeschenkt. Heinz Mangold
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  • Kommentar von Heinz Mangold, Gelterkinden
    Verbot von Speicheröfen Vor 25 Jahren haben wir Fr. 30'000 invesiert um die Oel-Zimmeröfen zu ersetzen. Wir glaubten etwas für die CO2 Reduktion zu tun. Nun haben wir bei unserem Haus alle Alternativen abgeklärt haben, aber uns bleibt bei einem Verbot der Speicheröfen leider nur die Rückkehr zu Oelheizung - bravo, toller Fortschritt. Heinz Mangold
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