«Forum» live zur Abzocker-Initiative

In der «Atelier Bar» am Paradeplatz in Zürich diskutierten im «Forum» auf SRF 1 sechs Gäste über die Abzocker-Initiative. Mit dabei waren Justizministerin Simonetta Sommaruga und Ständerat Thomas Minder.

Am 3. März 2013 stimmt die Schweiz über die Abzocker-Initiative ab. Diese Initiative will exzessive Managerlöhne, überhöhte Boni und Abgangsentschädigungen in börsenkotierten Unternehmen regulieren.

Sagt das Volk an der Urne Nein zur Initiative, tritt automatisch der indirekte Gegenvorschlag in Kraft, sofern niemand das Referendum ergreift.

Rund zwei Wochen vor der Abstimmung diskutierten Gegner und Befürworter im «Forum» live aus der «Atelier Bar» am Zürcher Paradeplatz. Die Live-Sendung auf Radio SRF 1 moderierten Simone Hulliger und Pascal Krauthammer.

Sechs Gäste diskutierten zur Abzocker-Initiative:

Thomas Minder

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Thomas Minder: Der Schaffhauser Unternehmer ist der Vater der Abzocker-Initiative. Am 31. Oktober 2006 hat der parteilose Ständerat die «Volksinitiative gegen die Abzockerei» lanciert. Seit Jahren setzt er sich gegen Abzockerei ein und ist zum Gesicht der Initiative geworden. Mit der Abstimmung am 3.  März könne die Schweiz ein Zeichen setzen, sagte er.

Simonetta Sommaruga

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Simonetta Sommaruga: «Die Initiative gibt den Aktionären sehr viel Recht, sehr viel Pflichten. Die Frage stellt sich, warum ausgerechnet die Aktionäre der Abzockerei einen Riegel schieben sollen», sagt die Justizministerin. Schliesslich hätten die Aktionäre bis anhin auch nichts gegen die Abzockerei getan. Der Bundesrat unterstützt den indirekten Gegenvorschlag.

Hans Hess

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Hans Hess: Als Vizepräsident des Wirtschafts-Dachverbandes «economiesuisse» setzt sich Swissmem-Präsident Hans Hess für den Gegenvorschlag ein. «Ein Nein zur Minder-Initiative setzt genau das gleiche Zeichen. Es gibt auch ein griffiges Gesetz, das gegen die Abzockerei wirkt - aber es ist ein Gesetz, das der Wirtschaft nicht schadet.»

Doris Aebi.

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Doris Aebi: Doris Aebi ist Headhunterin. Dass viele Firmen bei einem Ja abwandern würden, hält sie für unwahrscheinlich. «Das Gros der Leute in den Geschäftsleitungen und CEOs von KMUs bewegen sich ausserdem nicht in den Sphären von denen wir ausgehen bei der Abzocker-Initiative.» Leute aus dem Ausland würden die Sicherheit und die hohe Lebensqualität der Schweiz schätzen.

Stefan Grotefeld

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Stefan Grotefeld: Der Ethiker ist Privatdozent am Institut für Sozialethik an der Universität Zürich. Er ist der Meinung, dass es gute Gründe dafür gebe, dass es Aktionäre, Eigentümer oder Mitarbeiter eines Unternehmens etwas angehe, wieviel das Kader verdiene. Man könne ein Unternehmen als Projekt betrachten. Da müsse geregelt sein, wie der Gewinn aufgeteilt würde.

Hans Zuberbühler

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Hans Zuberbühler: Er war früher UBS-Direktor und unterstützt heute die Abzockerinitiative. In einem Jahr erhielt er 380 Millionen Bonus für sich alleine, für die Lohnerhöhungen seiner 300 Mitarbeiter 300'000 Franken. Als er einen Teil seines Bonus weiterverteilen wollte, durfte er dies nicht.

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