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Ertrinken sieht nicht aus wie Ertrinken
Aus Audio SRF 1 vom 30.07.2019.
abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
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Gefahren beim Schwimmen Ertrinken sieht nicht aus wie Ertrinken!

Ertrinken geht still vor sich. Meistens unbemerkt, in Ufernähe und in der Nähe von anderen Menschen. Ertrinkende haben nicht die Kraft und die Zeit, zu rufen oder mit den Armen zu rudern. Aus Filmen und Serien wie Baywatch haben wir andere Vorstellungen vom Ertrinken. Höchste Zeit, das zu ändern.

Viele ertrinken in Ufernähe, mitten unter anderen Menschen, die auch am Baden sind. Fernsehserien, Filme und Comics vermitteln uns ein falsches Bild, wie Ertrinken geht. Anders als in TV-Serien, rufen Ertrinkende nicht laut um Hilfe. Sie strecken ihre Arme auch nicht in die Höhe und rudern damit in der Luft herum. Dazu fehlen ihnen Zeit und Kraft. Ertrinken geht schnell. Ertrinkende sind im Überlebenskampf - da geht es ums nackte Überleben. Ertrinken dauert zwischen 20 und 60 Sekunden.

Atmen und Sprechen gleichzeitig geht nicht

Ist der Mund knapp über der Wasseroberfläche, versucht der Ertrinkende instinktiv zu atmen. Gleichzeitig kann er nicht sprechen oder rufen. Gelangt Wasser in die Atemwege, verkrampft sich die Stimmritze im Kehlkopf. Resultat: Man kann nicht mehr atmen. Die Stimme versagt. Beim Ertrinken gibt es kein Geschrei, kein Winken und kein Herumspritzen von Wasser.

Ertrinken ist still

Fragen Sie nach, ob jemand Hilfe braucht. Bekommen Sie keine Antwort ist die Lage ernst - Ertrinkende geben keine Antwort mehr. Bekommen Sie eine Antwort, geht es der Person den Umständen entsprechend gut. Das heisst nicht, dass sie nicht auch auf Hilfe angewiesen ist. Wer antwortet, kann sich meist aktiv bei der Hilfe beteiligen und eine Schwimmhilfe ergreifen, um sich aus der misslichen Lage zu befreien.

Beobachten Sie Schwimmende

Im letzten Jahr sind in der Schweiz 37 Menschen ertrunken. 2017 waren es 41. Laut der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) ist Ertrinken die zweithäufigste Unfallursache mit Todesfolge bei Kindern.

Es gibt aber ein paar Anzeichen, wie Sie erkennen können, dass jemand am Ertrinken ist und um sein Leben kämpft:

  1. Aufrechte Haltung im Wasser.
  2. Der Kopf ist nach hinten geneigt und im Wasser. Der Mund ist auf der Höhe der Wasseroberfläche.
  3. Die Arme rudern seitlich oder im «Hundeschwumm» und zwar unter Wasser.
  4. Die Augen sind geschlossen oder glasig und leer.
  5. Die Haare hängen vors Gesicht und verdecken die Augen.
  6. Die Person antwortet nicht.

Würden Sie erkennen, wenn jemand ertrinkt?

Diese Videos der amerikanischen «Lifeguard Rescue», Link öffnet in einem neuen Fenster verdeutlichen, wie schwierig es ist zu erkennen, wenn jemand in Not gerät.

(SRF1 30.7. 16:40)

2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Früher hatten uns das unsere Eltern beigebracht. Heute gibt es keinen mehr, ausser der Polizei, den das interessiert. Und woher sollen das unsere Kinder wissen. Auch Ausländer-Eltern müssten bei ihrer Einwanderung einen Kurs mitmachen, wo alles was bei uns das Leben ausmacht, gelehrt wird, und nicht nur Zuhören sondern auch Aufsätze schreiben und Vorträge darüber halten müssen. In Integrationskursen schläft die Hälfte, die andere Hälfte versteht nichts!
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  • Kommentar von Christoph Hollenstein  (ch18)
    Sehr guter Artikel - knapp, aber das Wesentliche erwähnt. Auch wenn selbst rufende (vor einem Jahr in Olten) oder mit dem einen Arm winkende (mit beiden geht praktisch nicht) Ertrinkende ebenfalls missverstanden werden können (so wurde einem Ertrinkenden in der Aare irrtümlich zurückgewinkt und Hilfe unterblieb). Anzufügen: Auch "leblosen" Ertrinkenden kann evtl. noch geholfen werden, insbesondere, wenn sie unterkühlt sind. Hilfe rufen + dann nach Möglichkeit Rettung vor Ort in die Wege leiten!
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