Leonhard Schmid – vom Arzt zum Deutschlehrer

Seit seiner Frühpensionierung als Arzt steckt Leonhard Schmid seine Energie ganz in die Freiwilligenarbeit. Der Basler bringt seit über sechs Jahren Asylsuchenden geduldig und kreativ die deutsche Sprache bei. «Helden des Alltags»-Botschafter Adrian Küpfer besuchte ihn im Unterricht.

Die Freiplatzaktion Basel kümmert sich um Asylsuchende und hilft ihnen, sich in die Schweizer Gesellschaft zu integrieren. Dass sie ihre Dienste seit über 30 Jahren anbieten kann, machen freiwillige Mitarbeiter möglich. Derzeit sind es rund 75, die sich beratend, begleitend, informierend oder lehrend engagieren.

Einer von ihnen ist Leonhard Schmid (69). Früher praktizierte er als Arzt und war nebenbei als Deutschlehrer im Einsatz. Seit seiner Frühpensionierung verwendet er noch mehr Zeit darauf, Migrantinnen und Migranten die Grundlagen der deutschen Sprache einzuimpfen. Mehr als sechs Jahre unterrichtet er bereits für die Freiplatzaktion und ist dabei immer wieder aufs Neue gefordert. Wie viele Schüler in der nächsten Lektion vor ihm sitzen werden, weiss er nicht, denn die Kursstunden sind offen und ohne Anwesenheitspflicht. Auch das Niveau ist stets unterschiedlich.

«  Wer mit Flüchtlingen arbeitet, merkt schnell: Es gibt selten eine Regelmässigkeit. »

Leonhard Schmid

Geldprobleme, Amtstermine, Krankheiten oder Arbeitseinsätze machen es seinen Schützlingen oft schwer, offizielle Kurse kontinuierlich zu besuchen. Doch wer sprachlos bleibt, für den rückt die gelungene Integration in weite Ferne. An dieser Stelle kommen Menschen wie Leonhard Schmid ins Spiel: Mit unermüdlichem Engagement schliesst er Wissenslücken und hilft seinen Schülerinnen und Schülern dabei, Anschluss an die hiesige Gesellschaft zu finden. Welchen Wert seine Arbeit für die Asylsuchenden hat, beschreibt ein deutscher Begriff ganz wunderbar: Leonhard Schmid schenkt ihnen einen Wortschatz.

«Helden des Alltags 2015»

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