Margreth Baumgartner – als «Sonnenschein» im Spital

Wenn Menschen krank sind und am Scheideweg stehen, brauchen sie viel Zuspruch und ein offenes Ohr für ihre Sorgen. Dinge, die das medizinische Personal im Spital nur begrenzt bieten kann. Margreth Baumgartner ist für die Patienten da und sorgt dafür, dass auch die Seele gepflegt wird.

Wenn Margreth Baumgartner die Türklinke nach unten drückt und ein Spitalzimmer betritt, dann ist das ein Moment der Spannung. Meist kennt sie von den Patienten vorab nur den Namen. Doch das ändert sich schnell. Mit viel Einfühlungsvermögen lässt sie sich auf die Menschen und ihre Sorgen ein.

«Im Dienste eines Mitmenschen», so heisst der Freiwilligendienst im Spital Altstätten (SG). Margreth Baumgartner stellt sich seit sieben Jahren einmal pro Woche in diesen Dienst und widmet ihre Zeit den Patienten, die sich Gesellschaft und Gespräche wünschen. Bei ihr haben Ängste, Nöte aber auch Alltägliches einen Platz. Nicht immer entsteht gleich zu Beginn des Besuches ein lockeres Gespräch. Allein die Möglichkeit des Austauschs ist für die Patienten viel wert.

«  Es ist ein Geben und Nehmen – die Patienten haben Freude und ich auch. »

Margreth Baumgartner

Wenn die Chemie stimmt, verbringt Margreth Baumgartner auch mal einen ganzen Nachmittag mit derselben Person. Was die Patienten ihr anvertrauen, bleibt dabei privat. Häufig ist sie auf der Gerontologie im Einsatz. Hier stehen alte Menschen vor existenziellen Fragen: Kann ich wieder nach Hause oder steht ein Übertritt ins Pflegeheim an? Oft hat das Pflegeteam zuwenig Zeit mit den Patienten diese wichtigen Themen zu vertiefen. Da sind Margreth Baumgartner und ihre Kolleginnen und Kollegen wahre Lichtblicke. Sie haben Zeit und ein offenes Ohr. Der interne Übername der freiwilligen Mitarbeitenden ist: «Sonnenschein». Nicht nur der leuchtend gelben T-Shirts wegen, die sie tragen. Oft bringen sie Licht und Abwechslung in den Spitalalltag. Das entlastet die Pflegenden und freut die Patienten.

«Helden des Alltags 2015»

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