Inselgeschichten: Von Inselherren und mysteriösen Briefkästen

Rund 160 Inseln gibt es in der Schweiz. Über alle gibt es spannende Geschichten zu erzählen. So steht auf der Schnittlauchinsel im Walensee ein mysteriöser Briefkasten – und im Zürichsee gibt es einen Kuh-Transport im Boot. Neun Inselgeschichten aus der Schweiz.

Die Abenteuerliche: Schnittlauchinsel

Im Walensee liegt eine kleine Insel, um die sich verschiedene Erzählungen ranken. 80 Meter lang und 20 Meter breit ist die Insel, Schnittlauchinsel wird sie genannt. Oder Schwaneninsel, Bommersteinsinsel oder «Inseli». Einen Briefkasten soll es auf der Insel geben. Ein Blechbehälter, in dem eine Flasche ist, in der ein Büchlein liegt.

Ein Mythos? Nein! Die Hörererzählungen haben bewiesen, dass die Geschichte wahr ist. Corina Rupp aus Sargans hat sogar das Beweisfoto geschickt.

Briefkasten auf der Schnittlauchinsel.

Bildlegende: Der Beweis! Der Briefkasten auf der Schnittlauchinsel. zvg/ Corina Rupp

Auch Hörerin Margrith Tanner aus Sargans ist vor einem Jahr auf der Insel gewesen und hat das kleine Fleckchen Land erkundet. Ihr Fazit: eine wilde Insel. Der Briefkasten sei da, ein amerikanisches Modell mit einem Brieflein drin. Die Hieroglyphen konnte sie jedoch nicht entziffern. Die ganze Suche nach dem Briefkasten gibt es zum Nachhören.

Eine Insel im Namen hat das Inselspital in Bern. Warum eigentlich, ist doch weder ein See noch ein Fluss in der Nähe. Die Antwort hat mit der Geschichte des Spitals zu tun. Und mit einer Aareinsel, die es heute gar nicht mehr gibt.

Die Lebendige: Insel Lützelau

Zwei Minuten dauert die Umrundung der Insel Lützelau im Zürichsee. Wer auf die Insel will, braucht ein Schiff. Seit vier Jahren ist Johannes Kunz Inselwart des kleinen Paradieses im Zürichsee.

Warum träumen wir von Inseln im Ozean? Auch auf Schweizer Inseln lässt sich gut leben. Der «Treffpunkt» zeigt das Inselleben auf der Lützelau und fragt Feriengäste, ob sie sich ein Leben auf der Insel vorstellen könnten.

Insel Lützelau: Kleines Paradies im Zürichsee

Die Idyllische: St. Petersinsel

Ein Weg führt vom Städtchen Erlach auf die St. Petersinsel. Im Vordergrund ist das Schloss von Erlach zu sehen.

Bildlegende: Halbinsel im Bielersee: Die St. Petersinsel. Keystone

Auf der St. Petersinsel leben fünf Leute: der Wirt und Hotelier Peter Sperner mit seiner Frau Silke Groh, Bauer und Inselwart Markus Schumacher (51) und seine Frau Christine mit Sohn Jonas (23). Wir haben Peter Sperner besucht und liessen uns zeigen, wie der Inselherr lebt.

Genau genommen ist die St. Petersinsel ja eine Halbinsel. Bei den starken Regenfällen im Mai dieses Jahres wurde sie unverhofft zur richtigen Insel. Für Peter Sperner und seine Frau war es das erste Hochwasser, das sie erlebten. Fast eine Woche waren sie von der Aussenwelt abgeschnitten.

Die Exotische: Brissago-Insel

Sie sind ein subtropisches Paradies, die Brissago-Inseln im Lago Maggiore.1949 von einer öffentlichen Stiftung gekauft, nutzt der Kanton Tessin die grosse Insel namens «St. Pankratius» als Botanischen Garten.
Mehr als 1600 Blumenarten gibt es auf der Insel – dank des milden Klimas gedeihen auch Arten, die sonst nur am Mittelmeer, in Asien , Nord- und Südamerika oder Ozeanien wachsen.

Die Landwirtschaftliche: Insel Ufenau

Video «Rinder reif für die Insel» abspielen

Rinder reif für die Insel

6:11 min, aus Schweiz aktuell vom 26.4.2013

Eine Insel kann auch eine Kuhweide sein. Für die Insel Ufenau im Zürichsee trifft dies zu. Und wie bringt der Bauer seine Kühe auf die Insel? Mit dem Boot!

Seit 25 Jahren bringt Bauer Josef Häcki seine 30 Rinder jedes Jahr per Boot von Pfäffikon SZ zur Insel Ufenau – und im Herbst zurück. Ein einzigartiger Schwyzer Brauch – nicht ganz frei von Risiken. Sehen Sie im Video, wie der Landwirt es schafft, die schweren Tiere sicher ans andere Ufer zu bringen.

Die Umkämpfte: Aareinsel bei Nennigkofen

Eine Geschichte um die Existenz einer Familie rankt sich um die Aareinsel bei Nennigkofen (SO). Die Bauernfamilie Antener bewirtschaftete die Insel. Zugang hatten sie durch eine Fähre. Eines Tages aber entzog die Polizei den Inselbauern die Bewilligung für die Fähre – nach 33 Jahren unfallfreier Fahrt. Es folgte eine grosse Sympathiewelle für die Familie Antener aus Nennigkofen. Der Orden der Odd Fellows spendete unter anderem 80'000 Franken für eine neue Fähre. Die ganze Geschichte hören Sie im Audio.

Die Private: Schlossinsel Mauensee


Chinesische Kunst in Mauensee

6:56 min, aus Lokaltermin vom 10.01.2015

Wer träumt nicht von seiner eigenen Insel? Der ehemalige Schweizer Botschafter und Kunstsammler Uli Sigg hat sich diesen Traum erfüllt. Das Schloss Mauensee liegt auf einer kleinen Insel im Mauensee im Kanton Luzern. Im Jahre 1184 / 1190 wurde das Schloss erstmals erwähnt. Seit 1998 ist es im Privatbesitz der Familie Sigg.

Der einstige Schweizer Botschafter in China hat im Schloss eine Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst. 2017 wird er den grössten Teil jedoch in ein Museum nach Hongkong geben.

Die Künstliche: Schacheninsel

Die Schacheninsel auf der Karte.

Bildlegende: In der Aare liegt die Schacheninsel. Screenshot Google Maps

Auch im Fluss können Inseln liegen. Ziemlich grosse Inseln sogar. Etwa die Schacheninsel in der Aare. Zwar sind sie von Menschenhand geschaffen, doch auf der Karte sind die Wasserinseln klar erkennbar. Flächenmässig eine der grössten Inseln der Schweiz erstreckt sie sich über vier Kilometer von Brugg nach Schinznach Bad. Sie misst in der Breite durchschnittlich 150 Meter und ist bewaldet mit einem Naturwaldreservat.

Die Deutsche: Insel Mainau

Insel Mainau aus der Luft.

Bildlegende: Im Bodensee: Die Blumeninsel Mainau. zvg/ Insel Mainau/Peter Allgaier

Wem die Brissago-Insel im Tessin zu weit sind, der findet am Bodensee die Insel Mainau. Als Blumeninsel bekannt, gedeihen auf der Insel auf deutschem Gebiet auch 20 verschiedene Palmenarten auf der Schlossterrasse.

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