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Radio SRF 1 Katastrophenhilfe – was hilft wirklich?

Die Bilder aus Nepal gehen ans Herz. Die Internationale Gemeinschaft tut, was sie in Katastrophenfällen tun kann: Sie hilft sofort. Aber wie nachhaltig ist die Hilfe? Lernen wir aus Katastrophen? Am Donnerstagabend diskutierten in der Sendung «Forum» Gäste und Hörer.

Legende: Audio «Forum» – Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen.
53 min

Das schwere Erdbeben in Nepal kostete mehrere tausend Menschen das Leben. Zehntausende sind vom Lebensnotwendigen abgeschnitten. Nach Angaben der UNO sind rund acht Millionen Menschen von den Auswirkungen des Bebens betroffen.

Was bringt die Hilfe?

Das Bedürfnis, nach einer Naturkatastrophe zu helfen, ist gross. Hilfsorganisationen aus aller Welt eilen vor Ort und leisten Soforthilfe. Wie nachhaltig ist die Katastrophen-Hilfe? Welche Hilfe nützt und wo stehen sich Helfer gegenseitig im Weg? Warum kommen einige Länder nach Katastrophen schneller wieder auf die Beine als andere?

In der Sendung «Forum» diskutieren am Donnerstagabend die folgenden Gäste mit Hörerinnen und Hörern (Radio SRF 1, 20 Uhr):

  • Manuel Bessler, Delegierter des Bundesrats für Humanitäre Hilfe und Chef des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH)
  • Franz Gähwiler, Helvetas-Programmverantwortlicher für die Himalaya-Region
  • Hans Rudolf Heinimann, Risikoforscher und Projektleiter «Future Resilient Systems» am Singapore-ETH Centre
  • Pia Hollenbach, Geografin und ehemalige Projektmitarbeiterin Internationale Zusammenarbeit
Porträt von Manuel Bessler.
Legende: Manuel Bessler. Keystone

Berichten zufolge ist die internationale Hilfe in Nepal mittlerweile angelaufen. Als Chef des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) weiss Manuel Bessler aber, wie schwierig eine erfolgreiche Soforthilfe ist.

Die Hilfe an die Schadensgebiete ausserhalb von Kathmandu wird besonders schwierig werden. Die Verbindungswege sind unterbrochen, Brücken sind zerstört.

Trotz der bekannten Risiken sei in Nepal der Erdbebenvorsorge und Katastrophenhilfe zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, sagt Franz Gähwiler: «Eine grosse Vernachlässigung seitens der Behörden war, dass bestehende Bauvorschriften nicht eingehalten wurden.» Gähwiler ist Programmkoordinator des Hilfswerks Helvetas und hat selber in Nepal gelebt.

Heute ist es uns wichtig, dass ein Entwicklungsprojekt von der lokalen Bevölkerung mitgetragen wird. Ist dies nicht der Fall, kann man es sein lassen.
Porträt von Pia Hollenbach.
Legende: Pia Hollenbach. zvg

Die Geografin Pia Hollenbach arbeitete zwei Jahre für ein Hilfswerk in Sri Lanka. Sie half beim Wiederaufbau eines Dorfes mit und schrieb anschliessend ihre Dissertation zum Thema. Richtig helfen sei schwierig, sagt sie.

In Gesprächen, die ich während meines Einsatzes in Sri Lanka führte, sagten die Menschen: ‹Niemand hat uns je gefragt, was wir wirklich brauchen.›
Porträt von Hans Rudolf Heinimann.
Legende: Hans Rudolf Heinimann. zvg

Es kommt aber nicht nur auf die Qualität und die lokale Verankerung von Hilfsprojekten an. Gemäss Risikoforscher Hans Rudolf Heinimann spielt auch die politische Organisation eines Landes eine Rolle. Nicht jedes Land erhole sich nach einer Katastrophe gleich schnell.

Länder, die dezentral organisiert sind, kommen nach einer Katastrophe schneller wieder auf die Beine.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Christine Sommer, Grünenmatt
    Es empfiehlt sich das "Fussvolk" zu unterstützen. Viele Reiche und die Regierung sind korrupt.Am Besten würde whs. helfen, wenn Sie SchweizerInnen, die dort schon Projekte (Institutionen für Kinder, Ambulatorien, etc.) aufgebaut haben, finanziell unterstützen würden z.B. Ruth Gonseth(sie ist aktuell in Nepal)www.shanti-med-nepal.ch/ Frau Thakuri - sie haben letztes Jahr über ihre Institution für Strassenkinder (in Kathmandu)in "Menschen & Horizonte" berichtet.- Ani Choying -www.choying.com
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Das selbe gilt für Nahrungsmittel, Wasser, Medizin und Versorgung von abgelegenen Dörfern aus der Luft. Man kann ihnen in einem ersten Augenblick alles zur Verfügung stellen was sie sich wünschen, aber im Hinblick auf Nachhaltigkeit müssen sie selber möglichst rasch wieder auf die eigenen Beine kommen und wir sie dabei unterstützten, sofern Unterstützung gefragt ist. Ob man, die Nepalesen und wir Schweizer aus dieser Katastrophe etwas lernen ist m.E. eine zentrale Frage der Kultur.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Scheinbar gilt bei der Katastrophenhilfe das selbe wie bei der Entwicklungshilfe; professionelle Hilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe, wo danach gefragt wird. Nachdem als Sofortmassnahme Verschüttete geborgen und Verletzte verarztet sind, müssen die Einheimischen selbst mit eigenen Werkzeugen die Strassen und Häuser reparieren. Man kann ihnen leihweise Werkzeuge zur Verfügung stellen,aber die Arbeit müssen sie letztendlich selber tun,da sie in 20-30 Jahren diese auch wieder selbst. reparieren müssen.
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