Mit dem Gemüsehobel verheiratet

Seit 30 Jahren ist der Aargauer Daniel Meier als Marktschreier unterwegs. Die meiste Zeit davon mit einem einzigen Produkt. An 90 verschiedenen Anlässen pro Jahr zieht er für seinen mulitfunktionalen Gemüsehobel eine Show ab. An der Olma betritt er das nächste Mal die Bühne.

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Daniel Meier - Portät eines Marktschreiers

6:00 min, aus ECO vom 3.12.2007

Daniel Meier (53) aus Zufikon ist bereits in zweiter Generation als Marktschreier unterwegs. Viele Berufskollegen hat er nicht mehr, meint er, es werden immer weniger.

«  Marktschreier zu sein ist für mich mehr als ein Beruf - es ist eine Passion. »

Der Job ist hart. Ein 16-Stunden-Tag ist beim gelernten Automechaniker die Regel. Andere würden mit weniger Aufwand und Anstrengung mehr verdienen, meint der Familienvater. Sechs bis acht Stunden allein steht er am Stand, ist Wind und Wetter ausgesetzt und spricht ohne Punkt und Komma. Dennoch habe er grossen Spass an seiner Arbeit. Er verkaufe ein Produkt hinter dem er voll und ganz stehe und das er mit gutem Gewissen seit Jahrzehnten unter die Leute bringt. «Ich will die Leute überzeugen und ihnen nichts aufschwatzen», sagt er.

Verkaufsshow als Stand-Up-Comedy

Anders als in Deutschland ginge es in der Schweiz an den Ständen der Marktschreier etwas gemässigter zu und her. Trotzdem bezeichnet er seine Verkaufsaktionen als Show. Es sei eine Art Stand-Up-Comedy, die er hauptsächlich in der Messesaison im Frühling und Herbst produziere. Keine Verkaufsshow sei gleich wie die andere. Er lasse aktuelle Themen einfliessen, wenn er seinen Hobel präsentiert und oft sei es die Kundschaft selbst, die ihn zu spontanen und witzigen Dialogen anrege.

Ab und zu sei auch er mit einer Reklamation konfrontiert. Eben sei ein Kunde mit einem 14-jährigen und nicht mehr scharfen Gemüsehobel vorbei gekommen. In der Annahme es gäbe auf das Produkt eine lebenslange Garantie, schmunzelt der Vollblut-Verkäufer.

Dann macht er sich bereit für die nächste Vorstellung an der Olma. Während der ganzen Messdauer in der Ostschweiz warten 70 bis 80 Kilo Gemüse auf Daniel Meier und seinenGenerationenhobel.

Wohin mit dem Abfall?

Daniel Meier arbeitet mit Zweitklass-Ware, die der Gemüsehändler nicht verkaufen kann. Früher wurde das geraffelte Gemüse den Sauen verfüttert. Heute kommen Meerschweinchen und Hühner in den Genuss. Kürzlich hätten Studenten das Gemüse zur Zubereitung einer Suppe abgeholt. Was am Ende des Tages übrig bleibt geht auf den Kompost.