Orangensaft oder frische Orangen?

Man munkelt viel, wenn es um gesunde Ernährung und Vitamine geht. Rohe Eier sind nährstoffreicher als gekochte, tiefgekühltes Gemüse ist sowieso ungesund und Orangensaft enthält weniger Vitamine als frische Orangen. Aber stimmt das wirklich? Radio SRF 1 klärt die Irrtümer.

Immer wieder wird man im Alltag von Aussagen konfrontiert, was gesund sein sollte und was nicht. Neue Ernährungstipps und Trends gibt es viele, und man weiss gar nicht mehr, was man glauben soll.

Der Mix macht es aus

Verarbeitung von Gemüse und Früchten lässt die Vitamine nicht unbedingt verschwinden. «Ein Verarbeitungsschritt kann gesunde Inhaltsstoffe besser verfügbar machen», sagt Ernährungsberaterin Helena Kistler. Zudem spenden Obst und Gemüse je nach Zubereitungsart unterschiedliche Vitamine. Am besten nimmt man diese Lebensmittel deshalb roh, gekocht, gepresst, gemixt und getrocknet zu sich.

Die Art der Zubereitung der einzelnen Obst- und Gemüsesorten ist jedoch nicht unwichtig, da es wasserlösliche und fettlösliche Vitamine gibt. Zum Beispiel fettlösliche Vitamine können vom Körper nur durch den Trägerstoff Fett aufgenommen werden.

Orangensaft ist vitaminarmer als frische Orangen?

Beim pasteurisierten Orangensaft gehen bei der Verarbeitung Vitamine verloren, denn für die Haltbarkeit wurde der Saft erhitzt. Der Körper kann aber gewisse Nährstoffe erst aus dem gepressten Orangensaft aufnehmen.

Deshalb gilt auch hier: Verschiedene Verarbeitungsprozesse setzen verschiedene Nährstoffe frei. So hat eine frische Orange zwar viele Vitamine, durch das Pressen der Orange werden aber sekundäre Pflanzenstoffe freigesetzt, die für den Körper ebenso wichtig sind.

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