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Alp Mora
Legende: Outdoor-Reporter Marcel Hähni bei den Gletschermühlen auf der Alp Mora. SRF/Marcel Hähni
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Ferien in der Schweiz Die Bade-Geheimtipps des Outdoor-Reporters

Klassische Strandferien sind in diesem Sommer kompliziert oder finden gar nicht statt. Kein Problem, denn baden kann man auch in der Schweiz: in Bergseen, Gletschermühlen oder einer Badewanne mitten in der Stadt.

Das kühle Nass lockt

Die Schweiz ist ein Wasserschloss mit rund 1500 Seen, verteilt im Mittelland, im Jura und den Alpen. Hinzu kommen hunderte kleine Weiher, Bäche und Flüsse.

Es gibt aber auch alternative Badegelegenheiten. Erfrischen kann man sich auch in einer Badewanne mitten in der Stadt, in ehemaligen Löschwasser- oder Wasserversorgungsweihern oder in sogenannten Gletschermühlen in den Bergen.

Vorsicht ist geboten

Ob in einem Gewässer gebadet werden kann, ist von der Wasserqualität abhängig und wird von der Gemeinde oder dem Kanton festgelegt. Informieren Sie sich vor dem Sprung ins Wasser, was wo erlaubt ist und was nicht.

Diese Baderegeln gelten in allen Gewässern

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Baderegeln
Legende:Ins Wasser springen: ja! Aber bitte nie überhitzt.Keystone
  1. Kinder nur begleitet ans Wasser lassen. Kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen.
  2. Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser. Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
  3. Nie überhitzt ins Wasser springen.
  4. Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen.
  5. Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser.
  6. Lange Strecken nie alleine schwimmen.
  7. Bei einem Gewitter oder Unwetter das Wasser sofort verlassen.

Beim Bad im Bergsee sollten Sie zusätzlich das Wetter und die Temperatur beachten.

Diese alternativen Badeplätze empfiehlt der SRF 1-Outdoor-Reporter:

Marcel Hähni

Marcel Hähni

SRF 1 – Outdoor-Reporter

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Marcel Hähni ist Redaktor und Produzent bei Radio SRF 1 und ausgebildeter Wanderleiter. Regelmässig berichtet er über seine neusten Abenteuer und verrät Tipps und Tricks für die Outdoorwelt. Im «Corona-Sommer» 2020 verbringt er seine Ferien in der Schweiz. Er lässt seine alte Liebe zum Minigolf wieder aufflammen, entdeckt die Schlachtplätze der alten Eidgenossen und macht sich auf die Suche nach den schönsten alternativen Badeplätzen. Zudem wandert er auf Industriepfaden vor unserer Haustüre und spaziert durch prächtige Baumalleen.

Marcel Hähni hat die SRF 1-Hörerinnen und Hörer nach ihrem Bade-Geheimtipp gefragt. Mit dem Vorschlag, die Bagni di Craveggia im Onsernonetal zu besuchen, hat Martin Frey den Outdoor-Reporter überzeugt.

1967 war ich das erste Mal hier ganz hinten im Onsernonetal am Flussufer des Isorno und habe diese alten Ruinen entdeckt. Damals wusste ich noch nicht, dass es sich hier um ein ehemaliges Thermalbad handelte.
Autor: Martin FreySRF 1-Hörer

1. Die alten Bäder von Craveggia

In einem hügeligen, dicht bewachsenen Tessiner Seitental schlängelt sich eine schmale Strasse die Hänge hoch. Vorbei geht's an unzähligen kleinen Dörfern, bis die Strasse in Spruga endet. An diesem Ort startet die rund 40-minütige Wanderung hinunter an den Fluss Isorno.

Dort, ganz zuhinterst im Onsernonetal, befinden sich die Bäder von Craveggia. Es sind die Ruinen eines alten Bades mit einer Thermalquelle. Noch heute sprudelt aus der Quelle auf italienischem Boden Wasser mit einer Temperatur von bis zu 28 Grad.

1951 zerstörte eine Lawine die Gebäude. Geblieben sind die Ruine des ehemaligen Gebäudes und das Quellwasser-Fassungsbecken. In den zwei neu erstellten Badewannen oder im Fassungsbecken kann auf eigene Verantwortung gebadet werden.

Zuerst eine abenteuerliche Fahrt in das Onsernonetal, dann die gemütliche Wanderung an den Fluss, der kurze Sprung über die Grenze und das erfrischende Bad in der Thermalquelle. Was braucht es mehr für einen erfolgreichen Familienausflug?
Autor: Marcel HähniSRF 1-Outdoor-Reporter

2. Die Gletschermühlen auf der Alp Mora

Baden in Flims? Caumasee! Crestasee! Ja, auch. Aber wie wäre es mit dem Maliensbach? Dieser hat seine Quelle oberhalb der Alp Mora in Trins, der Nachbargemeinde von Flims im Kanton Graubünden. Mit seinem Wasser dreht der Bach seit tausenden von Jahren Steine, Sand und Kies immer am gleichen Ort um die eigene Achse. So haben sich grosse Badewannen, sogenannte Gletschermühlen, gebildet.

Die Abkühlung auf der Alp Mora muss man sich erwandern. Deshalb bleibt sie wohl ein Geheimtipp.
Autor: Marcel HähniSRF 1-Outdoor-Reporter

Rund 20 Gletschertöpfe befinden sich hintereinander. Sie sind gut zugänglich. Jede Gletschermühle ist in Form und Tiefe einzigartig, und die meisten sind auch genügend gross, um darin zu baden.

Baden in den Bergen in kristallklarem Wasser: Nach einer Wanderung ein verdienter Lohn und eine herrliche Entspannung. Das Bergpanorama gibt es zusätzlich obendrauf.

3. Die Badewanne in Baden

Die Stadt Baden gilt als Bäderstadt. 18 verschiedene Quellen findet man hier. Mit 4,6 Gramm Eisen, Kalzium und Jod pro Liter kommt in Baden das mineralreichste Thermalwasser der Schweiz aus dem Boden. Es steigt aus einer Tiefe von über einem Kilometer an die Oberfläche.

Baden in einer Badewanne mitten in der Stadt. Mit Quellwasser von bis zu 47 Grad. In Baden möglich. Erstaunte Blicke inklusive.
Autor: Marcel HähniSRF 1-Outdoor- Reporter

Als Erste entdeckten römische Legionäre die heissen Quellen. Ihre Hochblüte erlebten die Bäder dann auch in der Römerzeit. Mit zwei öffentlichen und rund 30 privaten Bädern wurde Baden bis zum 19. Jahrhundert zum berühmtesten Bäderort im deutschsprachigen Europa.

Die Quellen in Baden fliessen unermüdlich. Neben Kalzium, Eisen und Jod enthält das Quellwasser auch Schwefel, das für den markanten Geruch des Wassers verantwortlich ist. Nach dem Bad empfiehlt sich ein Bummel durch die Altstadt von Baden oder eine Wanderung über die Lägern, eine Bergkette die zu den Jura-Ausläufern gehört.

4. Baden im ehemaligen Löschwasserweiher

Oberhalb der Stadt St. Gallen im Quartier St. Georgen liegen die «drei Weieren». Das Naherholungsgebiet, das heute in der Umgangssprache auch einfach «Weiärä» genannt wird, wurde im 17. Jahrhundert künstlich angelegt.

Auf dem Weg zu den Weihern hat man einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt bis zum Bodensee.
Autor: Marcel HähniSRF 1-Outdoor-Reporter

Insgesamt sind damals fünf Weiher entstanden. Der Mannenweiher, Buebenweiher, Frauenweiher, Eichweiher und der Altmannenweiher. Sie dienten als Löschwasserweiher oder als Wasservorrat für die Stadt.

Das Wasser in den Badeweihern ist praktisch immer angenehm warm. Nach dem Bad empfiehlt Marcel Hähni einen Besuch im Wildpark Peter und Paul auf der anderen Stadtseite oder einen Spaziergang durch den Stiftsbezirk in der Altstadt.

5. Alpines Badevergnügen am Golzernsee

Wer es kühl, alpin und romantisch mag, der badet im Golzernsee. Der Golzernsee ist ein Bergsee auf 1411 Metern über Meer, oberhalb von Bristen im Maderanertal im Kanton Uri. Er befindet sich auf der Alp Golzern. Der malerische See ist rund 300 Meter lang, 250 Meter breit und befindet sich am Fusse der impossanten Bergwelt der Chli Windgällen.

Auf dem Weg hinein in das Maderanertal trifft man auf eine intakte Natur mit vielfältiger Alpenflora: Der Türkenbund und verschiedene Lilien säumen den Weg. Nach einem spannenden Aufstieg mit Treppenstufen und Ketten im Fels oder einer Fahrt mit der Luftseilbahn gelangt man auf das herrliche Hochplateau. Am See hat es verschiedene Plätze zum Baden, Bräteln und Verweilen.

Radio SRF 1 Treffpunkt, 18. Juni 2020, 10:03 Uhr;

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