«Pizzicato»: Wie Franz Hohler im Jahr 1965 begann

Seit 50 Jahren steht Franz Hohler auf den Bühnen der Schweiz. Der 72-Jährige blickt zurück auf die Anfänge seiner Karriere im Jahr 1965 und zeigt sein Textbuch von damals.

In einem alten Heizungskeller der Universität Zürich hatte Franz Hohler im Mai 1965 seinen ersten Auftritt. Er hatte ihn selber umgebaut, seine Darbietung war eine Mischung aus Geschichten und Cellomusik. «Pizzicato» hiess sein Programm, italienisch für gezupft. Franz Hohler spielt eine cabaretistische Solosuite, so der Programmzusatz.

Das Textbuch von «Pizzicato» hat der 72-Jährige aufbewahrt (siehe Bildergalerie oben). Eine ganze Seite lang sind die Requisiten des Bühnenprogramms. Allerlei Instrumente, vom Cello (das Instrument, das Franz Hohler als 10-Jähriger lernte), über die Okarine zur Harfe.

Das einzige Requisit, das von diesem Bühnenprogramm überlebt hat, ist ein alter Eishockeyhandschuh. In der Nummer «Klassiker kaufen ein» gingen nämlich klassische Bühnenfiguren einkaufen. Einer davon war Götz von Berlichingen mit der eisernen Rechten. «Der Eishockeyhandschuh war die eiserne Rechte, ein Eishockeyhandschuh, den ich mir als Requisit gekauft hatte», erzählt Franz Hohler. Den linken habe er weggeworfen, weil er ihn nicht brauchen konnte.

Aller Anfang ist schwer

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Franz Hohler sucht den Heizungskeller von 1965

4:21 min, aus 10vor10 vom 21.10.2015

Blickt Franz Hohler heute zurück auf seine Anfänge, fällt ihm besonders sein gepflegtes Hochdeutsch auf. Das sei damals natürlich gekommen – Mundart sei gar keine Option gewesen.

Finanziell blieb Franz Hohler von «Pizzicato» nicht viel übrig: 75.40 Franken verdiente der damals 22-Jährige an seinen 18 ersten Vorstellungen in Zürich. Weil ihm eine Abmachung einen Gewinn untersagte, übergab er diesen Betrag in einer feierlichen Zeremonie der studentischen Wohnkommission.

Alle Audios der Morgensendung mit Franz Hohler auf Radio SRF 1 finden Sie in der Audiogalerie weiter unten.