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Radio SRF 1 Polo, Pepe oder Joschi

In der Schweiz heissen knapp 87‘000 Frauen Maria. Bei den Männern ist Peter mit über 63‘000 Namensvertretern Spitzenreiter. Ob Maria oder Peter, Julia oder Rolf, Susanne oder Max: Die Gründe für die Wahl des Vornamens für Tochter oder Sohn sind vielschichtig.

Legende: Audio Wie aus Josef Joschi wurde abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
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Für den Vornamen des eigenen Kindes entscheidet man sich in der Regel nicht schnell, schnell. Da werden Vornamenbücher gewälzt, Smartphone-Apps geschüttelt, Diskussionen geführt, Entscheidungen gefällt und wieder über Bord geworfen. Spätestens nach der Geburt steht dann endgültig fest, wie Tochter oder Sohn heissen sollen.

Der Name soll bedeutungsvoll sein, sich nicht mit dem Nachnamen beissen, möglichst wenig Angriffsfläche für Verhunzungen bieten und je nach dem etwas Exklusives haben.  Allzu exotisch darf ein Vorname nicht sein, sonst wird er von den Behörden abgelehnt.

Kein «Crazy Horse»

Gabriele Rodriguez vom Namenskundlichen Zentrum der Universität Leipzig kennt sich mit sonderbaren Vornamen bestens aus (siehe Artikel «Mit lebenslangen Folgen: Welchen Vornamen gebe ich meinem Kind»). Bei ihrem spektakulärsten Fall hat sie einmal den Vornamen «Crazy Horse» abgelehnt. Tatsächlich gebe es bei den nordamerikanischen Indianern eine historische Figur mit diesem Namen, aber bei «Crazy Horse» denke man bei uns eher an ein verrücktes Pferd, an eine Bar oder ein Etablissement.

Polo statt Urs, Pepe statt Peter Rudolf

In der Sendung «Treffpunkt» erzählen prominente Persönlichkeiten auf SRF 1, wie ihre Übernamen entstanden sind. Bei Urs «Polo» Hofer waren es die Polohemden im Kleidergeschäft seiner Eltern, denen er seinen Über- als auch Künstlernamen zu verdanken hat. Dieser Name macht auch seinen Eintrag im Stadtberner Telefonbuch exklusiv.

Peter Rudolf heisst Pepe Lienhard mit richtigem Namen. Sein Vater nannte ihn als Kind liebevoll Peppi. Daraus hat sich später Peppe ergeben. Inspiriert durch den Film «Pepe» hat der Entertainer seinen Künstlernamen dann später noch um ein P verkürzt.

Joschi statt Josef

Über die Herkunft des Namens Joschi haben sicher schon viele gerätselt. Josef Kühne klärt auf. In seiner Lehre als Schriftsetzer hat er zwei Österreicher namens Josef kennen gelernt. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde einer Josef, der zweite Sepp und der dritte schliesslich Joschi genannt. Und etwas anderes als den Namen Joschi Kühne kann man sich beim SRF 1-Moderator gar nicht mehr vorstellen.

Beliebteste Vornamen seit 2009

In der Schweiz ist Leon der beliebteste Vorname für einen Buben, gefolgt von Noah und Luca. Bei den Mädchen ist Mia Spitzenreiterin, vor Lena und Elena. (Vornamen-Hitparade 2009-2011 vom Bundesamt für Statistik.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Anita Rähmi - Zurbuchen, 6010 Kriens
    Als ich zur Welt kam, war mein Vater Berufshalber in Te Aviv (Israel). Er feierte meine Geburt in einem Restaurant/Bar Namens Anita. Deshalb mein Vorname.
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  • Kommentar von Claudia Streckeisen, 8700 Küsnacht
    Guete Morge Mit meinem Vornamen bin ich sehrzufrieden - obwohl er wegen Lungenkrankheit meines Vaters während der Schwangerschaft gewählt wurde. Meine Mutter durfte den lungenkranken Vater besuchen, nicht aber ihr 2-jähriger Sohn. So wurde der Bub durch ein Mädchen auf dem Bauernhof - wo meine Mutter während des Davos-Aufenthaltes meines Vaters eine Wohnung gemietet hatte - gehütet. Und der Abschied von dieser Claudia war schlimm - doch dann kam ich als Claudia (1935 in Basel) zur Welt.
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  • Kommentar von Werner Wyssmann, Derendingen
    DER Grund für die Wahl des Vornamens KEVIN dagegen ist eindeutig. In 10 Jahren wird Kevin ("allein zu Haus") wohl der häufigste Vorname von Schweizern sein.
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