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Radio SRF 1 S'Heidi oder d'Heidi? Wie reden Sie?

«Äs oder sie?» Frauennamen können in gewissen Dialekten in beiden Formen vorkommen. Und im Wallis können sogar Männer «äs» genannt werden. Wie sprechen Sie? Ein Forschungsteam interessiert sich dafür.

Filmszene mit Heidi und einem Geissli.
Legende: Das Heidi oder die Heidi? Ein Forschungsteam will wissen, wer wann welche Ansprache verwendet. Keystone

Heidi und Schellen-Ursli rannten 2015 über die Schweizer Kinoleinwände. Wohl nur wenigen ist dabei aufgefallen, dass man landläufig zwar «das» Heidi, aber «der» Schellen-Ursli sagt. Denn diese Bezeichnungen sind in vielen Schweizer Dialekten völlig normal. Obwohl ja Heidi nicht weniger weiblich ist als Schellen-Ursli männlich.

Auf der Suche nach dem «äs»

Ein Forschungsteam untersucht die Entstehung und Entwicklung des «äs» für weibliche Rufnamen (siehe Box). Normalerweise gehen Namen nach dem natürlichen Geschlecht: Frauennamen sind weiblich, Männernamen männlich. Warum aber sagt man in gewissen Dialekten «s'Heidi» – oder «s'Barbara?»

Die Forscherinnen der Uni Freiburg interessiert der Widerspruch bei sächlichen Namen. Die Linguistin und Dialektspezialistin Helen Christen führt das Projekt mit dem Namen «Das Anna und ihr Hund». Wann sagen wir eher «s'Barbara» und wann «d'Barbara»?

Sprachliche Ausnahme im Wallis

Helen Christen vermutet, dass die Wahl des Geschlechts etwas mit der Beziehung zwischen der sprechenden und der benannten Person zu tun hat. Eine fremde Frau wird eher «sie» genannt, eine Freundin oder Verwandte eher «äs». Ausserdem könne auch das Alter der Frau darüber entscheiden, ob sie eher eine «sie» oder ein «äs» ist.

Das Phänomen der sächlichen Namen existiert nicht im ganzen deutschen Sprachraum, sondern vor allem im Westen. Das Wallis bildet eine zusätzliche Ausnahme: Dort können auch Männernamen sächlich sein – «ds Michael» zum Beispiel. Und in Deutschfreiburg können Männernamen sogar weiblich sein: «d'Hänsa».

Umfrage: s'Heidi oder d'Heidi

Mit dem Projekt «Das Anna und ihr Hund» untersucht ein Forschungsteam der Universitäten Freiburg i.Ü., Mainz und Luxemburg den Gebrauch von sächlichen Frauennamen in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz. Aktuell sammelt das Forschungsteam der Uni Freiburg Material zu den sächlichen Frauennamen. Hier können Sie bei der Umfrage teilnehmen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Gabriele Baldinger, Kaisten
    Ich deute für mich den Gebrauch der sächlichen oder weiblichen Form für weibliche Menschen so: Sächlich ist niedlich, aber nicht ernstgenommen. Ich persönlich mag es überhaupt nicht, wenn mich jemand im Brief "Liebs Gabi" anspricht oder mich erwähnt als "s Gabi". Ich kann mich damit auch nicht identifizieren, sondern assoziiere irgend ein anderes nicht ernst zu nehmendes Wesen. Ich würde mich selber niemals getrauen eine Frau - jung oder alt, bekannt oder fremd...- als ein Das zu bezeichnen.
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  • Kommentar von Beatrice Neururer-Kohler, 8706 Meilen
    das isch würlech spannend, ig ha grad gmerkt, dass ig je nach em Satz - s oder d' - bruche. S Heidi isch truurig, aber d Heidi macht Gomfi. Ou chunnt's druufa, ob ig dere Person nöcher stoh, resp. besser ma - auso s Heidi han ig gärn, aber d Heidi isch e Dotsch! Isch scho no luschtig, we me drüber nochedänkt! :)
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  • Kommentar von Johann-Joseph Frei-Fässler, 8834 Schindellegi
    Herzlichen Dank für Ihren heutigen "Heidi-Beitrag". Nicht ganz zur Sache aber ebenfalls interessant: In den Bezirken Höfe und Ensiedeln hört man oft eine starke Maskulin Form wie: i bi do no esonen Büebel gsi - oder : de Rüedel hät gseit - oder sogar si isch do esonen Meitel vo öppe 10 Johre gsi Woher kommen diese -el Formen sogar für Femina? Herzlichen Dank J.J. Frei
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