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Radio SRF 1 Schwule Männer im Sport: Warum so ein Problem?

Mit «Mario» kommt der erste Schweizer Film über schwule Fussballer in die Kinos. Während Homosexualität im Alltag weitgehend akzeptiert ist, ist Schwulsein in vielen Sportarten noch immer ein Tabu. Warum? Ist für schwule Sportler kein Platz auf dem Feld? Ist dieses Männlichkeitsbild noch zeitgemäss?

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen.
56 min, aus Forum vom 22.02.2018.

Homosexuell zu sein lässt einen nicht langsamer laufen oder schlechter zielen. Dennoch hat sich in der Schweiz bisher noch kein Profifussballer als schwul geoutet. Homosexualität ist nicht nur im Männer-Fussball, sondern in vielen Sportarten noch immer ein Tabu. Und zwar nicht nur auf Top-Ebene, sondern auch in ganz normalen Sportvereinen.

Verkauft sich Männlichkeit einfach besser?

Die Gründe dafür sind diffus, besonders in Sportarten, die viel öffentliche Aufmerksamheit erhalten. Zum Beispiel im Fussball. Einige behaupten, homophobe Fangruppen seien das Problem. Oder die Sponsoren, die ein traditionelles Männlichkeitsbild vermarkten und daran gut verdienen. Andere wiederum sehen den Grund in den Teammitgliedern, die aus chauvinistisch geprägten Kulturen stammen und damit nicht umgehen können. Wieder andere sagen: Fussball sei halt ein globales Geschäft, das sich nur mit Männlichkeit verkaufe. Basta.

Film «Mario» bringt Tabu aufs Tapet

Wozu das Tabu führen kann, erzählt Regisseur Marcel Gisler im Film «Mario», der am 22. Februar in die Schweizer Kinos kommt. Darin erzählt er die tragische Geschichte zweier Fussballnachwuchstalente, die sich verlieben – deren Liebe aber nicht sein darf.

Weltweit erst drei Fussballprofis geoutet

Tatsache ist: Weltweit haben sich erst drei Spitzenfussballer geoutet. Und einer davon hat sich deswegen acht Jahre später das Leben genommen. Für Fussballer bedeutet Homosexualität auch heute noch Selbstverleugnung und ein unwürdiges Versteckspiel.

Als erster Aktiver im Schweizer Fussball hat sich 2017 Spitzenschiedsrichter Pascal Erlachner als schwul goutet. «Man soll jeden Menschen so akzeptieren, wie er ist», sagt er. «Respekt und Toleranz finde ich in unserer Gesellschaft sehr wichtig.»

Legende: Video Pascal Erlachner: Respekt und Toleranz abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Vom 21.12.2017.

Testosterongeladene Kampfszenen und aggressive Männlichkeit: Hat Homosexualität im Männersport keinen Platz? Und wieso sind schwule Fussballer im Jahr 2018 immer noch ein Aufreger? In der Sendung «Forum» diskutierten folgende Gäste mit Hörerinnen und Hörern:

  • Pascal Erlachner, erster offiziell schwuler Fussball-Profischiedsrichter in der Schweiz
  • Philipp Grünenfelder, Präsident von Queerpass, dem Fanclub für schwule, lesbische, bi- und heterosexuelle FC-Basel-Fans
  • Marianne Meier, Genderforscherin am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Uni Bern, IZFG

Meinungen aus der Online-Diskussion sind in die Live-Sendung eingeflossen.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas lutz (Nicki)
    Die Toleranz gegenüber anders lebenden Menschen nimmt gefühlt ab. Ist es ein Zeichen der Angst? Brauchen wir die Bestätigung: Das andere ist falsch so muss meins richtig sein? Dazu denke ich, dass zu viel sexualisiert wird. Man sieht nicht mehr die Leistung und den Charakter hinter der Hülle. Am Mittwoch Mittag im Radio hörte ich die Aussage wegen Körperkontakt und Umkleidekabine. Wo gibt es hier einen Zusammenhang mit Sex? Nur weil man Nackt ist? Wann lernen wir wieder die Differenz zu machen?
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  • Kommentar von Connie Mueller (Connie Elizabeth)
    Was ist dann mit Transmenschen im Sport ? Viele haben Angst sich zu outen weil dann die Karriere vermutlich vorbei ist. Wenn man eine Transfrau zb ist darf man kaum im Frauenfussball spielen, weil man laut einigen einen Vorteil hätten. Trans Männer dürfen nicht bei den Männern spielen, weil die Testosterone nehmen und dies ein ilegales Dopingmittel ist. Naja die Homosexuellen haben noch das geringste Problem.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Gleichgeschlechtliche Liebe - Anders-Artigkeit -, bei vielen - vor allem männlichen - Leuten, ist es die eigene Unsicherheit, Unzulänglichkeit, welche zu Ablehnung/Diskriminierung dieser Menschen führt! Das ist auch typisch für - vornehmlich- männliche "Religions-Führer"! Fast alles ist "normal", ausser allen abstrusen, abartigen, sexuellen Fantasien von ausschliesslich männlichen Vertretern der Menschheit und deren Auslebung (an: Kindern/Jugendlichen, hilflosen Menschen,Tieren...)!
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