Shopping ohne Grenzen – hat der traditionelle Laden ausgedient?

Die Weihnachtszeit ist die wichtigste Saison des Detailhandels. Freudenstimmung mag bei den Detaillisten allerdings nicht aufkommen, da die Geschenke für die Liebsten häufig online oder im Ausland gekauft werden. In der Sendung «Forum» wurden Gründe, Folgen und Perspektiven diskutiert.

Die Crédit Suisse schätzt, dass in den nächsten 20 Jahren bis zu 30 Prozent aller Läden in der Schweiz verschwinden werden. Grund ist der aufstrebende Onlinehandel. Jeder dritte Laden gerät also unter Druck. Zusätzlich zum Onlinehandel belastet die Detaillisten der starke Franken. Viele Konsumentinnen und Konsumenten kaufen im Ausland ein, was vor allem grenznahe Geschäfte deutlich zu spüren bekommen.

Moderatorin Simone Hulliger diskutierte mit folgenden Studiogästen

Schicksal oder Chance?

Schon jetzt zeigen sich in verschiedenen Innenstädten leere Ladenflächen. Dies sei auch eine Folge des Überangebotes, sagt Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz. Die Schweiz habe ein einzigartig dichtes Netz an luxuriösen Einkaufstempeln, das mache keinen Sinn. Wer innovativ sei und es verstehe, eine eigene Onlinestrategie umzusetzen, werde auch in Zukunft bestehen können.

Die Kampfpreise im Netz mit Kundenservice kontern

Auch Patrick Stäuble, Leiter des Shoppingcenters «Shoppi Tivoli», glaubt, dass sich der stationäre Laden gegen die Konkurrenz aus dem Netz behaupten kann. Der Detailhandel müsse aber in der Beratung und im Kundenservice besser werden. Er sieht auch die Politik in der Pflicht. Der Markt sei überreguliert und erschwere den Detaillisten das Geschäft.

Sieben Prozent aller Stellen finden sich im Detailmarkt

Roter Schriftzug auf Schaufenster: Totalabverkauf wegen Geschäftsauflösung bis 50 Prozent.

Bildlegende: Geht das Ladensterben weiter? Colourbox

Dass es dem Detailhandel gut geht, ist wichtig für die ganze Volkswirtschaft. Immerhin ist der Detailhandel einer der bedeutendsten Arbeitgeber in der Schweiz. Insgesamt sieben Prozent aller Stellen finden sich im Detailmarkt. Und viele Jugendliche suchen in der Branche den Einstieg in die Berufswelt: Jeder achte Lernende macht eine Lehre im Detailhandel.

Erlebnisse inszenieren um Kunden zu binden

Die Läden in der Schweiz haben sehr wohl eine Zukunft, sagt Konsumforscherin Marta Kwiatkovski vom Gottlieb Duttweiler Institut. Ein Detailhändler könne heute allerdings nicht mehr nur ein Absatzkanal sein. «Der Detailhändler muss sich und seine Produkte inszenieren, Geschichten erzählen, Erlebnisse bieten. Sonst kauft der Kunde das Produkt online ein.»

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