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Radio SRF 1 Sollen alle behinderten Kinder in die normale Schule?

Die integrative Schule will niemanden mehr ausschliessen. Der Grundsatz wird nach und nach in allen Kantonen umgesetzt. Aber die Kritik bei Lehrern und Eltern lässt nicht nach. Nicht für alle behinderten Kinder ist die integrative Schule eine gute Lösung. Im «Forum» diskutierten Experten und Hörer.

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 57:39 Minuten.
57:39 min, aus Forum vom 24.09.2015.

Jetzt, zwei Monate nach Schulbeginn, häufen sich bei den Sonderschulen wieder die Anfragen. Eltern suchen nach einem Platz für ihr behindertes Kind, weil die Integration in die normale Schulklasse einfach nicht richtig funktioniert. Das Kind steht zu stark im Abseits, hat zu viele Bezugspersonen oder ist so verhaltensauffällig, dass es den Unterricht stark stört.

Gut gemeinte Ideologie?

Kritiker sehen die integrierte Schule als eine Ideologie – eine gut gemeinte zwar, aber eine, die gewissen Kindern mehr schadet als nützt. Die Promotoren der integrierten Schule hingegen verweisen auf zahlreiche Studien, die belegen, dass behinderte Kinder profitieren, wenn sie normale Klassen besuchen. Und die Befürchtung der Eltern mit nicht-behinderten Kindern, wonach das Schulniveau in den integrierten Klassen sinke, sei klar widerlegbar.

«Forum»: Die Gäste in der Sendung

In der Sendung «Forum» diskutierten am Donnerstagabend folgende Gäste mit Hörerinnen und Hörern:

Porträtfoto von Peter Lienhard.
Legende: Peter Lienhard. zvg
Wir können extrem viel voneinander lernen: die Behinderten von den Nichtbehinderten und umgekehrt.
Autor: Prof. Dr. Peter LienhardPromotor der integrativen Schule, Mitarbeiter an der interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik
Petra Lüthi mit ihrem Sohn.
Legende: Petra Lüthi. zvg
Die integrative Schule hat sich zu wenig auf mein Kind eingelassen.
Autor: Petra LüthiMutter eines Kindes mit Trisomie 21
Porträt von Roland Stark mit roter Brille.
Legende: Roland Stark. zvg
Die integrative Schule ist zur Ideologie geworden. In vielen Fällen funktioniert dieses System leider nicht.
Autor: Roland StarkKritiker der integrativen Schule, ehemaliger Kleinklassenlehrer und Heilpädagoge aus Basel

81 Kommentare

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  • Kommentar von P.sager, Zürich
    Hab Schliessung v. Kleinkl./Integr. erlebt. Früher: Kd. der Regelkl. mit geringeren Lernschw. wurden in einzelnen Lekt. 1:1 durch SHP gezielt unterst. Heute: Kd. mit starken Lern-/Verh.schwierigk. werden in Gr. v. 3-8 Kd od. im Kl.zi unterst., in durchschn. 3 Lekt./Wo/Kl. Da die Std. nie reichen, werden oft andere Kd/Gr zus.gestellt. Konstante Bez./Aufbau v. Lernstoff nicht mögl. Kd. bräuchten enge Begl. Die IF-Lekt. ersetzen Kl.kl. nie. Viele SHP erleben ihre Arbeit nicht mehr als befriedigend.
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  • Kommentar von heidi gisi, basel
    Dank all dem medizinischen Wissen und Können - und der Tatsache, dass es immer mehr, viel zu früh geborene Kinder geben wird - werden auch immer mehr dieser Kinder einmal eingeschult. Die meisten, sind gesund, intelligent, nicht behindert und doch haben sie zum Teil sehr grosse Entwicklungsdefizite. Sind viel krank und werden nie so stark wie die 9Monate Kinder sein. Welche Schule, sollen sie denn besuchen? Wo, werden sie ihren Platz finden? Geplagt werden - leider immer noch - die Schwächsten.
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  • Kommentar von Patricia Koenig, Basel
    Wir wohnen in Basel, haben einen Sohn mit Trisomie 21 welcher integriert ins Tagi und den Kindsgi ging. wir mussten kämpfen das unser Sohn nicht in die Volksschule kommt sondern eine HP besuchen kann welche fähig ist ihn trotz mehrfach Proplemen gesundheitlicher Natur, zu Schulen und fördern. Das gelingt der Schule gut, er ist glücklich, geht gerne und ganz ganz wichtig, er ist sozial integriert und er hat in 3 Jahren mehr lernen können als in den 7 intgrierten Jahren zuvor.
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