Solothurner Premiere für «Verliebte Feinde»

Die radikale Feministin Iris von Roten und der Walliser Aristokrat Peter von Roten führten eine progressive Ehe: Freie Liebe gehörte genauso zum Konzept wie ökonomische Unabhängigkeit. Der Film «Verliebte Feinde» feiert an den Solothurner Filmtagen Premiere.

Der Walliser Schriftsteller und Historiker Wilfried Meichtry hatte Zugriff zum umfangreichen Briefwechsel von Iris und Peter von Roten und verfasste 2007 auf dieser Grundlage den Bestseller «Verliebte Feinde». Und er schrieb auch das Drehbuch zur jetzigen Kinofassung. Im Gespräch mit Luzia Stettler erzählt er von der Herausforderung, diesen Stoff auf die Leinwand zu bringen.

Wilfried Meichtry wurde 1965 in Leuk-Susten geboren. Er ist promovierter Historiker und Schriftsteller. Zu seinen Buchpublikationen gehören: «Du und ich ewig eins. Die Geschwister von Werra» (2002), «Verliebte Feinde. Iris und Peter von Roten» (2007/2012) oder «Hexenplatz und Mörderstein. Die Geschichten aus dem magischen Pfynwald» (2010).

Verliebte Feinde

Der Film erzählt die Biographie einer radikalen Frauenrechtlerin und eines einflussreichen, katholischen Intellektuellen. Die Juristin Iris von Roten schreibt 1958 ein feministisches Manifest «Frauen im Laufgitter», das die ganze Schweiz in Aufruhr versetzt. Ihre Ehe mit dem Walliser Aristokraten Peter von Roten gründet auf einer Vereinbarung, die beiden Partnern die völlige Eigenständigkeit in ökonomischen, beruflichen und sexuellen Belangen bietet. Ein radikaler Lebensentwurf, der in seiner Kühnheit und Konsequenz heute noch fasziniert.

Der Film «Verliebte Feinde» feiert an den 48. Solothurner Filmtagen Premiere und wird zweimal gezeigt: Am Freitag, 25. Januar um 21.00 Uhr im Konzertsaal und am Montag, 28. Januar um 21.00 Uhr in der Reithalle. Ab dem 21. Februar 2013 läuft «Verliebte Feinde» in den Schweizer Kinos.