Sonderangebot «Prison Blues» – jetzt im Baur au Lac Zürich

Die erneute Verhaftung von Fifa-Funktionären im Baur au Lac wirft ein schlechtes Licht auf das Zürcher Nobelhotel. Die Bilder gehen um die Welt, langsam aber sicher leidet das Image. Doch das Hotel hat Besseres verdient als die negativen Schlagzeilen. So könnte der neue Werbespot tönen.

Schon im Mai wurden im Baur au Lac sieben Fifa-Funktionäre verhaftet, am Donnerstagmorgen wieder zwei. Radio SRF 1 hilft das ramponierte Image des Zürcher Nobelhotels wieder aufzupolieren. Der Werbespot wirbt für den Erlebnisurlaub im «Gefängnis-Themenzimmer – mit echten Eisengitterstäben und lustigen Fragespielen».

Wie sehr leidet das Image tatsächlich?

Jetzt mal im Ernst: Wie sehr leidet ein Hotel oder ein Ort unter Skandalen, über die die Medien weltweit berichten? Radio SRF 1 hat nachgefragt, zum Beispiel bei Elmar Ledergerber: «Die Sache wird schnell in den Hintergrund treten, mit dem Baur au Lac hat sie ja eigentlich nichts zu tun», sagt der Ex-Stadtpräsident und ehemalige Chef-Touristiker der Stadt Zürich.

Auch in Gstaad, wo vor sechs Jahren Starregisseur Roman Polanski unter Hausarrest stand, nimmt man solche Angeleneheiten gelassen. «Wir hatten keine aktive Rolle», sagt Gstaad-Mediensprecherin Kerstin Sonnekalb. «Roman Polanski hätte sein Haus auch sonstwo haben können, dann wäre ein anderer Ort in die Schlagzeilen geraten.»

Ganz nach dem Motto «auch schlechte Werbung ist Werbung» äussert sich Hans Peter Danuser, ehemaliger Kurdirektor von St. Moritz: «Immerhin ist man in den Schlagzeilen und bekommt Aufmerksamkeit.» Der Engadiner Nobelort geriet in den 1990er-Jahren wegen vermeintlich ungezogener neureicher Gäste aus Russland in die Schlagzeilen.

«Die sollen Ordnung machen»

Nun, der eine oder andere Tourist reist vielleicht gerne an Orte mit bewegter Vergangenheit. Von einem verruchten Image dürfte indes die Fifa ganz bestimmt nicht profitieren. Elmar Ledergerber findet – stellvertretend für viele Fussballfans – dafür klare Worte: «Die sollen jetzt mal Ordnung machen, damit wieder Fussball gespielt werden kann, ohne dass man sich dabei schämen muss.»