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Radio SRF 1 Sparen in der Bildung – aber wo?

Die Bildung ist im rohstoffarmen Land Schweiz ein hohes Gut. Doch jetzt bedroht der Sparhammer auch die Schule. Viele Kantone schreiben rote Zahlen und schnüren einschneidende Sparprogramme. Die Schulen müssen sparen. Bloss: Wie soll das gehen? Ideen gibt es einige – nur beim Konsens hapert es.

Legende: Audio Das ganze «Forum» zum Nachhören abspielen.
57 min, aus Forum vom 28.01.2016.

Bis ins Jahr 2018 werden in den Kantonen mindestens 535 Millionen Franken im Bildungssektor abgebaut. Bereits in den letzten drei Jahren wurden 265 Millionen Franken gestrichen. Dies zeigt eine Erhebung, die der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH) durchführte.

Mögliche Sparmassnahmen

In den Kantonen werden nun verschiedene Massnahmen diskutiert:

  • Lehrerlöhne senken
  • Angebot einschränken (zum Beispiel mehr Ferien, weniger Freifächer)
  • Schulgelder erheben
  • Klassengrössen erhöhen

Die Diskussion im «Forum»

Porträt von Franziska Peterhans.
Legende: Franziska Peterhans. zvg
Die Zitrone im Bildungsbereich ist ausgepresst. Wer jetzt noch mehr spart, senkt die Qualität der Bildung.
Autor: Franziska PeterhansZentralsekretärin Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH)

Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer wehrt sich gegen Sparmassnahmen. Die Zitrone im Bildungsbereich sei ausgepresst, sagt die Zentralsekretärin Franziska Peterhans. Wer jetzt noch mehr spare, senke die Qualität der Bildung.

Porträt von Stefan Wolter.
Legende: Stefan Wolter. zvg
Mit einem Schüler mehr in der Klasse liessen sich auf einen Schlag 500 Millionen Franken sparen.
Autor: Stefan WolterBildungsökonom

Der Bildungsökonom Stefan Wolter hingegen glaubt, dass es Sparmöglichkeiten gäbe, ohne die Qualität der Bildung zu tangieren. Eine moderate Erhöhung der Klassengrösse wäre ein solches Mittel, sagt er: «Mit einem Schüler mehr in der Klasse liessen sich auf einen Schlag 500 Millionen Franken sparen.»

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Porträt von Reto Wyss.
Legende: Reto Wyss. Keystone
Sparen in der Bildung ist leider kein Tabu mehr. In diesem Jahr streichen wir den Schülern der Berufs- und Mittelschule eine Woche Unterricht.
Autor: Reto WyssBildungsdirektor Kanton Luzern

Die Politik muss die Sparvorschläge umsetzen. Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss hat bereits aufgezeigt, wie er in seinem Kanton den Rotstift ansetzen will: Den Schülern der Berufs- und Mittelschule wird eine Woche Schule gestrichen, die Lehrer beziehen eine Woche weniger Lohn.

In der Sendung «Forum» diskutierten Franziska Peterhans, Stefan Wolter und Reto Wyss über Sparmöglichkeiten in der Bildung. Wo in der Bildung gespart werden könnte, ist auch online rege kommentiert und diskutiert worden. Einzelne Voten sind in die Sendung eingeflossen. Hier geht es zur Online-Diskussion.

115 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Vader, Luzern
    Bei dem Mist was man heute unter Bildung versteht, scheint das Geld schon vor Jahren ausgegangen zu sein. Wenn es aber in der Schweiz an Geld für die Rest-Bildung mangelt, sollte man erstmal die unnötig teuren Projekte wie Horizon2020 streichen und das Geld in die Primar- und Sekumdarschule stecken. Das WEF könnte man streichen, eine zweite Gotthardröhre könnte man streichen, IT-Projekte könnte man streichen und so gäbe es wohl dutzende weitere Kostenstellen die man prinzipiell streichen könnte.
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  • Kommentar von Erik Lang, Fulenbach
    Bitte schaffen Sie Philosophie und Theologie an der Uni ab. Das ist reine Geld- und Zeitverschwendung. Das sind zwar ausgerechnet die Königin und der König aller Disziplinen - aber es ist viel mehr eine Lebensaufgabe als eine Materie, die man als junger Mensch einfach "lernen" kann. Die Hellenistische Philosophie kann ja auf Kantistufe als Wahlfach angeboten und/oder in den Griechischunterricht integriert werden. Kirchen könnten die Ausbildung zum Pfarrer oder (dipl.) Zeremonienmeister anbieten.
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  • Kommentar von Anita Burri, Emmenbrücke
    Ich kenne einige, die haben mehr Ferien , als 4 Wochen ( 7,8..) da sie all ihre Überzeit nehmen können. Von denen spricht niemand! Bei den Lehrern ist die viele Überzeit inbegriffen! Schlussendlich haben sie nicht mehr Ferien. Also hört mal auf von den doofen Ferien zu sprechen! ( klar, es gibt Lehrer und Lehrer) doch im allgemeinen ist es ein doofes! Vorurteil! Die Leute reden und haben keine Ahnung!Ausser man ist Lehrer..
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