Ueli Schütz, der Skilift-Anbügler

Das Aufsteigen auf einen Bügellift fällt nicht immer leicht. Umso dankbarer ist man, wenn eine fremde helfende Hand einem den Bügel freundlich entgegenhält, so dass der Aufstieg glückt und die Fahrt einen guten Anfang nimmt. Ueli Schütz gehört als Skilift-Anbügler zu einer raren Spezies.

Die linke Hand in der Hosentasche, mit der rechten wird der Bügel erfasst: Ueli Schütz dreht sich, das Seil zieht aus, der Bügel wird übergeben. Alle 7 Sekunden die immer gleiche Bewegung. Das sei schon eine Art von Fliessbandarbeit, meint Ueli Schütz. Doch im Gegensatz zu einem Mechaniker, der immer die gleichen Teile bearbeitet, bediene er doch immer zwei andere Personen.

Ueli Schütz macht während seiner Arbeit als Anbügler auch interessante Beobachtungen. So hat er zum Beispiel festgestellt, dass der Mann in der Regel immer links in die Spur steht und die Frau rechts. Zum Staunen bringen ihn noch heute Diskussionen kurz vor dem Einspuren, wer denn jetzt auf welcher Seite stehen soll. Dies obwohl man zuvor während einer halben Stunde in der Kolonne anstehen musste und genügend Zeit gehabt hätte, diese Frage frühzeitig zu klären.

« Wir ziehen sie nur hinauf, hinunter müssen sie selber kommen. »

Ueli Schütz ist 52 Jahre alt und von Beruf Bauer. Dank der Arbeit als Skilift-Anbügler kommt er im Winter zu einem Zusatzverdienst. Viel ist es nicht, knapp 20 Franken pro Stunde, aber Ueli Schütz ist froh um diesen Job. Auch die Zufriedenheit der Kunden liegt ihm am Herzen. Denn wenn sie dem Skilift fernbleiben, wird auch er nicht mehr gebraucht.

Video «Der erste Skilift vom Bolgenhang in Davos.» abspielen

Der erste Skilift vom Bolgenhang in Davos.

1:43 min, vom 23.12.2009