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Radio SRF 1 Vielseitiger Naturgestalter - der Biber

Vor 200 Jahren galt der Biber in der Schweiz als ausgerottet, heute besiedeln wieder rund 2'000 Nager unsere Gewässer. Der Biber kann, wie keine andere Art, seinen Lebensraum aktiv seinen Bedürfnissen anpassen. Richtet er aber zu grosse Schäden an, darf er in bestimmten Fällen geschossen werden.

Gefällte Bäume und gestaute Flüsse: Wenn Biber in Gewässern ihre Dämme bauen, haben nicht alle ihre Freude daran. Um die fleissigen Nager schwellt seit Jahren ein «Biber-Zoff»: Die Biber verursachen teils grosse Schäden - im Kanton Thurgau sind Biber gar die häufigste Ursache für Schadenersatzforderungen von betroffenen Landwirten.

Regulierung durch Biberkonzepte

Neu ist, dass der Biberbestand reguliert werden kann, um Infrastrukturschäden abzuwenden. Mehrere Kantone verabschiedeten jüngst spezielle Biberkonzepte. Diese sollen helfen, Konflikte zwischen uns Menschen und den Bibern zu minimieren. Dazu werden Biberpopulationen genau überwacht. Um grossen Schaden abzuwenden, darf der Biber auch geschossen werden.

Die meisten Erdhöhlen der Biber befinden sich in den ersten drei bis fünf Metern  von der Uferböschung entfernt. Bei natürlichen Gewässern ist vom Ufer aus gar nicht sichtbar, dass ein Biber an der Böschung lebt.

Wissenswertes zum Biber

Länge:113 bis 137 cm (mit Schwanz)
Gewicht:23 und 30 kg
Nahrung:reine Pflanzenfresser
Fell:bis zu 23'000 Haare pro Quadratzentimeter
Lebensraum:fliessende und stehende Gewässer und deren Uferbereiche
Feinde:Hunde, grosse Greifvögel, grosse Raubfische

Die Rückkehr des Bibers

Erste Wiederansiedlung des Bibers an den Nussbaumerseen im Kt.Thurgau 1698.
Legende: Die Rückkehr des Bibers Erste Wiederansiedlung an den Nussbaumerseen im Kt.Thurgau 1968. Archiv Anton Trösch

Im 19. Jahrhundert wurde der Biber in der Schweiz fast vollständig ausgerottet. Seine Wiederansiedlung verdankt der Nager dem  Engagement von Naturfreunden. Diese haben zwischen 1956 und 1977 an verschiedenen Orten in der Schweiz rund 140 Biber wieder angesiedelt.

Bei der Wiederansiedlung der Biber fehlte aber ein gesamtschweizerischer Plan. Das hatte zur Folge, dass die Biber vorerst in kleinen, voneinander isolierten Gruppen lebten.

Heute leben die Biber wieder in grossen, zusammenhängenden Populationen, welche über die grossen Flüsse und Seen miteinander verbunden sind. Seit 1962 ist der Biber in der Schweiz bundesrechtlich geschützt. Während des 20. Jahrhunderts wurde er auch in verschiedenen anderen europäischen Staaten unter Schutz gestellt. Der Bestand der Biber beträgt inzwischen über 2'000 Tiere.

Legende: Video «Stadtbiber: Der Nager breitet sich aus» abspielen. Laufzeit 9:48 Minuten.
Aus Einstein vom 24.01.2013.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Krattiger, Schmitten
    Guten Tag. Es gibt da eine Sache, die ich verstehe. Wenn der Mensch die Natur hektarenweise zugunsten der Kultur zerstört, um sich Lebensraum zu schaffen, ist das in Ordnung und sogar erstrebenswert. Wenn nun aber ein anderes Tier ein Stück Natur zerstört, um für sich Lebensraum zu schaffen, geht das natürlich gar nicht. Im Gegenteil, der Mensch nimmt sich das Recht (und das ist das, was ich nicht verstehe: dieses Selbstverständnis der Menschen), die Mitgeschöpfe zu schiessen. Komisch...
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    1. Antwort von Nicolas Krattiger, Schmitten
      *...eine Sache, dich ich NICHT verstehe...
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  • Kommentar von Ernst Bänninger, Embrach
    Hallo, in der Schweiz wird der Lebensraum durch die Besiedelung immer spärlicher. Die produzierende Landwirtschaft muss sich mehr + mehr einschränken. Dazu sollen noch Biber und ander Wildtiere neu angesiedelt werden. Ich finde wir sollten dabei dringend das Verursacherprinzip einführen. Also Schäden die durch diese Tiere entstehen, sollen durch die Verantwortlichen die diese Tiere wollen, der Biberfachstelle, Pro Natura und WWF direkt den Geschädigten vergütet werden. Das wäre doch gerec...
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  • Kommentar von Thomas Boll, Mettmenstetten
    Guten Tag Die Aussage "Der Biber gilt als das einzige Wildtier in der Schweiz, das fähig ist, Infrastruktur-Schäden anzurichten." stimmt so nicht. Biber werden häufig mit zwei anderen Arten verwechselt: mit der Bisamratte (Ondatra zibethicus) und mit dem Nutria (Myocastor coypus). Die Bisamrate kann beim unterhöhlen von Bach- oder Seeufern beträchtlichen Schaden anrichten. Wir mussten selber eine Stützmauer die von den Tieren untergraben wurde, nach einem Einsturz erneuern. M.f.G.Thomas B...
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