«Walliser-Diitsch» für jedermann

Fränzi Aufdenblatten und Hermann Anthamatten sprechen ein «Walliser-Diitsch», das alle verstehen. «Persönlich»-Gastgeberin Katharina Kilchenmann empfängt die Ex-Skirennfahrerin und den Fachhochschuldozenten im «Zeughaus» in Brig (VS).

Porträt von Fränzi Aufdenblatten und Hermann Anthamatten vor einer Walliser-Flagge.

Bildlegende: Im Wallis daheim: Fränzi Aufdenblatten und Hermann Anthamatten. Bildmontage SRF.

Fränzi Aufdenblatten

In Lausanne arbeitet sie, in Bern wohnt sie und in Zermatt hat sie ihre Basis. Auch wenn sie ihre Aktivzeit als Skiprofi im vergangenen Februar abgeschlossen hat, ist Fränzi Aufdenblatten noch viel unterwegs. «Alles ist im Umbruch», sagt die 33-jährige Walliserin. Noch wisse sie nicht, wo es sie beruflich und privat letztlich hinziehen werde.

Video «Fränzi Aufdenblatten – über Abschied, Karriere und Wohlfühlorte» abspielen

Fränzi Aufdenblatten – über Abschied, Karriere und Wohlfühlorte

14 min, aus sportlounge vom 17.3.2014

Derzeit macht Fränzi Aufdenblatten ein Praktikum im Sportmanagement bei einer Lausanner Firma. Ab kommendem Jahr wird sie ein Studium in «Change and Challenge Management» starten. Gerade weil diese Ausbildung nicht ausschliesslich auf Sport ausgerichtet ist, freut sie sich sehr darauf.

Sie ist immer noch die Frohnatur, die sie schon als Weltcupfahrerin war. Aber sie ist auch eine starke junge Frau, die sich viele Gedanken macht und die ihre Zeit im «Ski-Zirkus» durchaus kritisch reflektiert. «Wenn man auf dem Podest steht, hat man alles: Aufmerksamkeit, Respekt, Geld. Wenn man aber nur unter den ersten zehn ist, hat man nichts von all dem. Das ist manchmal sehr hart.» Aber genau das sei die Herausforderung, die sie möge.

Im Spitzensport hat sie gelernt, dass Erfolg nicht berechenbar ist, dass man alles «richtig» machen kann und dennoch nicht unbedingt siegt. Und dann müsse man den Mut und das Vertrauen wiederfinden und weiter machen, einfach weiter machen.

Hermann Anthamatten

Hermann Anthamatten ist ein heiterer Mensch. Gut vorstellbar, dass in seinen Unterrichtsstunden oft gelacht wird. Er ist Dozent für Kommunikation und Rhetorik an der Hochschule Wallis in Siders. «Wie im Theater ist auch in der Schule der Regisseur entscheidend», sagt er.

Porträt von Hermann Anthamatten.

Bildlegende: Hermann Anthamatten. zvg

Das Theater ist seine grosse Leidenschaft. Seit Jahren arbeitet Hermann Anthamatten mit einer hoch motivierten Laiengruppe in Brig, dem Freien Theater Oberwallis. Er inszeniert Stücke von Brecht, Büchner oder Beckett und schreibt auch selber Theaterstücke. Meist sind das historische Stoffe, die mit Brig und dem Wallis in Verbindung stehen.

Aufgewachsen ist Anthamatten in einem kleinen Dorf im Saastal in einfachen Verhältnissen. «Ich bin ein lebendiges Beispiel dafür, wie sich das Wallis in den letzten 50 Jahren entwickelte. Meine Mutter hat noch am Brunnen die Wäsche gewaschen und mein Vater war Bauarbeiter. Ich konnte ein Studium machen und lebe heute in Brig ein durchaus urbanes Leben.» Überhaupt ist er mit dem Bild, das man sich oft vom Wallis macht nicht ganz glücklich: «Natürlich sind die Berge hoch, aber Bern ist mittlerweile näher gerückt.» So anders würden die Walliser nicht ticken.

Sendung zu diesem Artikel