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Radio SRF 1 Was ist für Sie reformiert? Das war das «Forum» zum Thema

Das erste «Forum» im Reformationsjahr 2017 stellt den reformierten Glauben ins Zentrum der Diskussion. Was ist für Sie reformiert? Wo bleibt das Profil? Können die Reformierten von den Katholiken lernen? Die ganze Diskussionssendung zum Nachhören und die Hörerdiskussion zum Nachlesen.

Legende: Audio Reformiert: der direkte Draht zu Gott? abspielen. Laufzeit 53:43 Minuten.
53:43 min, aus Forum vom 05.01.2017.

Hier gehts direkt zur Hörerdiskussion

Gegen den Papst und gegen den Ablasshandel wetterte Martin Luther vor 500 Jahren in seinen 95 Thesen. Gott schenkt Gnade ohne dafür eine Leistung einzufordern, war Luther überzeugt. Seine Thesen waren revolutionär. Dafür wurde er von der katholischen Kirche gehasst.

Trotzdem verbreiteten sich seine Thesen, einmal von Latein auf Deutsch übersetzt, in Windeseile. Sie wurden zur Initialzündung für die Kirchenspaltung. Der neue Glaube fand seinen Weg auch in die Schweiz. Hier waren es Zwingli und Calvin, die die Reformation vorantrieben.

«Weg mit dem Papst»

Weg mit den Heiligen. Weg mit Bildern und Reliquien. Weg mit Papst und Bischof und Beichte. Dafür gab‘s neu den direkten Draht zu Gott. Ohne Umwege über Rom. Und das Evangelium. Das musste reichen.

Wo bleibt das Profil?

Doch reicht das tatsächlich? Im Gegensatz zu den anderen grossen Religionen haben die Reformierten kein erkennbares Profil. Anders bei den Katholiken. Tritt ein Mensch in die katholische Kirche ein, wird er Teil der katholischen Weltkirche. Tritt ein Mensch in eine evangelische Kirche ein, ist diese Kirche von Land zu Land verschieden – sogar von Gemeinde zu Gemeinde. Predigt hier ein Pfarrer bibeltreu, bekennt eine andere Pfarrerin, sie glaube nicht an Gott.

Was ist heute reformiert?

Beliebigkeit wird der reformierten Kirche vorgeworfen. Oft auch Mutlosigkeit, es fehle an klaren Positionen. Im «Forum» diskutieren Hörerinnen und Hörer mit Experten darüber, was reformiert heisst. Die Experten im Studio sind:

Porträt Lukas Kundert.
Legende: Lukas Kundert. ZVG

Der Basler Münsterpfarrer Lukas Kundert. Seine Haltung:

Reformiert ist katholisch im eigentlichen Wortsinn: Nämlich weltumspannend.
Autor: Lukas KundertMünsterpfarrer in Basel
Ruth Thomas.
Legende: Ruth Thomas. zvg

Die Religionswissenschaftlerin Ruth Thomas sieht es nüchtern:

«‹Reformiert› ist ein in der Schweiz entstandener Zweig des Protestantismus.»
Autor: Ruth ThomasReligionswissenschaftlerin
Porträt von Willi Anderau.
Legende: Willi Anderau. zvg

Ebenfalls in der Sendung «Forum» zu Gast ist Willi Anderau, Katholik und Kapuziner.

Obwohl er selber nicht reformiert ist, schätzt er an den Reformierten die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, dass es keine Trennung zwischen Laien- und Klerikerstand gibt und den konsequenten und treuen Umgang mit der Heiligen Schrift.

Donald Hasler
Legende: Donald Hasler. ZVG

Donald Hasler, Pfarrer in Grenchen:

Selber denken, ein Streben nach Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit. Der Ziel- und Angelpunkt dieser Bewegung finden wir in Christus, dem lebendigen biblischen Wort.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Suter (glaubenstreu)
    Die Reformierte Kirche hat sich von der katholischen Kirche getrennt. Von der Kirche die Jesus gegründet hat mit den zwölf Aposteln. Zum Apostel Petrus sagte ER: "Du bist Petrus, der Fels, auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, die Pforten der Hölle wird sie nicht überwältigen. Alles was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und alles was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein."
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  • Kommentar von patrick mader (pama)
    Guten Abend Meiner Meinung nach ist das Wesentliche, welches die Reformatoren Zwingli und Luther gemacht haben, die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache. Somit bekam die Bevölkerung die Möglichkeit, selbstständig die Bibel zu lesen. Dies ist wesentlich, um eine persönliche Beziehung zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus herzustellen.
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  • Kommentar von Christoph Knoch (christoph knoch)
    ... zwar holt die Reformation die Priester als Heilsvermittler vom Sockel, aber sie braucht «Gemeinde». Menschen, die miteinander feiern, leben und gemeinsam den Glauben immer wieder neu diskutieren. DAS ist Kirche - konfessionsübergreifend und konfessionsverbindend.
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