Weihnachtsgeschichte – Eine Spurensuche

Tausendfach erzählt, tausendfach aufgeführt: Die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium. Aber warum ist darin alles so genau erwähnt, obwohl niemand weiss, ob es sich wirklich so zugetragen hat? Eine Spurensuche mit SRF-Religionswissenschaftlerin Antonia Moser.

Weihnachtsgeschichte: Wahr oder erfunden?

Der Evangelist Lukas kennt die Begebenheiten nur aus Überlieferungen. Er hat die Geschichte nicht parallel zum Ereignis, sondern rund 80 Jahre danach aufgeschrieben. Es muss sich also nicht alles genau so zugetragen haben, sagt Antonia Moser aus der Fachredaktion Religion bei SRF.

Jesu-Geburt: Im Stall oder in der Grotte?

In der Weihnachtsgeschichte ist die Rede von einer Herberge in Bethlehem, wo Jesus zur Welt gekommen sein soll. In der Geburtskirche im heutigen Bethlehem im Westjordanland ist die Geburtsstätte von Jesus eine Grotte. Auf vielen Bildern ist jedoch ein Stall abgebildet. «Ob sich die Geburt wirklich in einer Grotte zugetragen hat, oder doch in einem Stall, ist nicht bekannt. Es gibt keine Beweise», sagt Antonia Moser.

Heilige Nacht: Im Winter oder im Sommer?

Am 24. Dezember gedenken Christen vieler Konfessionen in aller Welt der Geburt Jesu Christi. Nirgends steht jedoch geschrieben, dass sich Christi Geburt am 24. Dezember zugetragen hat. Und schon gar nicht vor 2014 Jahren. «Da gab es ein kleineres Durcheinander mit den Daten», sagt SRF-Religionswissenschaftlerin Antonia Moser. Denn damals wurde die Zeit noch mit dem Römischen Kalender berechnet. Die Daten wurden danach hin- und hergeschoben, was zu einem Zahlenwirrwarr führte.

Mutter von Jesus: Jungfrau oder junge Frau?

Warum soll Maria Jungfrau gewesen sein, wenn sie doch schwanger war und Jesus gebar? Die klassische Frage hat uns Religionsfachfrau Antonia Moser beantwortet. «Das hängt mit der Übersetzung zusammen», sagt Antonia Moser. Mit «Jungfrau» ist nicht die Jungfrau gemeint, sondern eine junge Frau, die zum ersten Mal gebärt.