Wie Dominique Gisin ihre kleine Schwester unterstützt

Sie hatte voll auf das Skifahren gesetzt. Dann trat Dominique Gisin im März zurück. Seither studiert sie Physik. Und fährt als Fan an den Saison-Auftakt nach Sölden (AUT) – um ihre jüngere Schwester Michelle zu unterstützen.

Dominiue und Michelle Gisin.

Bildlegende: Vor einem Jahr in Sölden (AUT): Dominique Gisin (rechts) und ihre jüngere Schwester Michelle. Keystone

Dominique Gisin macht Hausaufgaben.

Bildlegende: Hausaufgaben im Radiostudio. SRF

In Sölden (AUT) beginnt für die Skirennfahrerin der Weltcup. Dominique Gisin ist erstmals nicht im Starthaus mit dabei.

Vor gut einem halben Jahr hat die Engelbergerin ihren Rücktritt aus dem Profisport gegeben. Seither studiert sie Physik an der ETH Zürich.

«  Jetzt muss ich erstmals auf den Schnee warten, wie alle anderen auch »

Dominque Gisin
Ex-Skiprofi

Sie freue sich unglaublich auf den Schnee und werde jede freie Minute auf der Piste verbringen, erzählt die 30-Jährige Freitagmorgen auf Radio SRF 1. «Ich freue mich darauf, unsystemathisch Ski zu fahren.»

«Michelle hat auch dieses Feuer in sich»

Obwohl sie nicht selber mitfährt, reist Dominique Gisin trotzdem nach Österreich. Als Fan ihrer achteinhalb Jahre jüngeren Schwester Michelle. «Ich bin irgendwo ganz weit hinten und drücke ihr die Daumen und hoffe, dass alles gut geht», so Dominique Gisin.

«  Ich bin mehr Fan als Beraterin. »

Dominique Gisin
Ex-Skiprofi

Ihre jüngere Schwester habe eine ganz eine andere Art als sie selbst. Und das sei gut so. «Ich finde es sehr wichtig, dass sie ihren eigenen Weg geht. Wenn sie etwas braucht, weiss sie, dass ich da bin und dass sie mich Fragen kann.» Es sei für sie sehr berührend, dass sie diesen Traum leben möchte, obwohl sie als sehr junges Mädchen viele Verletzungen mitbekommen hat.

Rücktritt im März 2015

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Ski: Dominique Gisin erklärt den Rücktritt

2:14 min, vom 19.3.2015

«Am Ende der Vorbereitung habe ich zurückgeschaut und ich habe mir wie in jedem Jahr überlegt, was ich im nächsten Jahr besser machen könnte, was ich anders machen könnte. Was ein Projekt wäre, das mich reizen würde. Und es ist mir nichts mehr in den Sinn gekommen. Das war der Moment, an dem ich gemerkt habe, dass es auch für mich die letzte Saison wird.»

Mit diesen Worten hat sich Dominique Gisin am 19. März 2015 aus dem Profisport verabschiedet. Es war eine schwierige Entscheidung für die damals 29-Jährige. Nur ein Jahr zuvor feierte die Engelbergerin ihren grössten Sieg. Dann kam eine weitere Verletzung. Schon der Weg an die Spitze war ein langer Leidensweg mit insgesamt neun Knieoperationen gewesen. Im März 2015 hatte Dominique Gisin dann genug vom Spitzensport.

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