Wissenschaft und Fantasie

Zwei Basler Persönlichkeiten sind am Sonntag zu Gast bei Moderator Dani Fohrler im «Persönlich»: die Verlagsleiterin Gabriella Karger und der Schriftsteller Claude Cueni. Ihr Wissensdurst hat sie schon an viele Orte gebracht. Ihm ist die Fantasiewelt ein Zuhause.

Claude Cueni (58)

Porträtbild von Claude Cueni vor einem roten Vorhang.

Bildlegende: Claude Cueni. ZVG

Das Schreiben hat Claude Cueni gerettet. Nicht erst jetzt, wo seine Gesundheit nach akuter Leukämie stark angeschlagen ist. Schon als Bub waren Geschichten sein Lebenselixier. Er fing an, eine Fantasiewelt aufzubauen – die «Script Avenue», wie er sie nennt.

In dieser Welt im Kopf nahmen all seine Figuren und Schauplätze ihren Anfang. Sie war und ist aber nicht nur für den Schriftsteller Claude Cueni sehr wichtig: «Für mich war es die einzige Möglichkeit, die Realität zu verlassen. Niemand wusste von dieser Avenue, die bis zum heutigen Tag immer grösser und grösser wird.»

Fantasie und Alltag

Claude Cueni «lebt» seine Geschichten auch im Alltag. So hat er unter anderem von seinen wichtigsten Romanfiguren extra lebensgrosse Puppen angefertigt. Diese stehen in seinem Wohnzimmer.

Die Fantasie bringt ihm nicht nur Erfolg als Schriftsteller, sondern hat ihm auch geholfen, viele schwere Schicksalsschläge zu ertragen. «Die «Script Avenue» wurde mein Zuhause. Sie ist es bis heute geblieben», erzählt Cueni.

Der Schriftsteller

Der Basler Claude Cueni hat historische Romane, Thriller, Theaterstücke, Hörspiele und über 50 Drehbücher geschrieben. Unter anderem für Fernsehserien wie «Tatort», «Eurocops», «Peter Strohm» und «Cobra 11». Jahrelang designte er auch Computerspiele, darunter der Welthit «Catch the Sperm».

Ein Jahr nach dem Krebstod seiner ersten Frau erkrankte Cueni an akuter Leukämie. Das Ziel, sein «letztes» Buch herauszugeben, hat er diesen Frühling mit dem autobiografischen Roman «Script Avenue» erreicht.

Gabriella Karger (50)

Porträtbild von Gabriella Karger in einer hellen Bluse.

Bildlegende: Gabriella Karger. ZVG

«Eigentlich wollte ich Handarbeitslehrerin werden», lacht Gabriella Karger. Heute führt sie den medizinisch-wissenschaftlichen Fachverlag «Karger AG» – ein Familienunternehmen in der vierten Generation. Nach dem Tod ihres Bruders hat sie die Geschäftsleitung übernommen. Weltweit zählt die «Karger AG» zu den bedeutendsten Verlagen für medizinwissenschaftliche Publikationen, mit Geschäftsstellen auf der ganzen Welt.

Die Zeit im «Big Apple»

Bereits nach der Schule hat Gabriella Karger ihre ersten Sporen im Familienunternehmen abverdient. Fast ein Jahr lang jobbte sie im New Yorker «Karger»-Office. Im «Big Apple» hat sie denn auch das erste Mal im Leben alleine gewohnt. «Das waren Zeiten, als man dem Schatz zuhause noch Briefe schrieb», erzählt sie von damals.

Grosser Wissensdurst und vielseitige Berufserfahrungen

Für das Studium in Wirtschaftsinformatik zog es die Vollblutbaslerin nach Zürich. Nebenbei arbeitete sie bei einem Personalvermittlungsbüro. «Ich hatte den Ehrgeiz, das Studium selber zu finanzieren», so Karger.

Genau diese Erfahrung sollte es sein, die ihr Studium in Frage stellte. Ihre damalige Erkenntnis: «Theorie und Praxis stimmten nicht überein.» Deshalb brach sie ihr Studium ab und absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. Zum Geldverdienen arbeitete sie als «Börsentelefonistin».

Seither hat Gabriella Karger vieles ausprobiert, von Beratungen für Inneneinrichtungen bis hin zu Marketingarbeiten für Medienunternehmen. Eines sticht bei Gabriella Karger immer hervor: «Ich habe einen sehr grossen Wissensdurst. Mich interessieren Menschen und ihr Wirken», sagt sie über sich. Seit 2010 ist die 50-Jährige ausserdem Mitglied im Universitätsrat der Universität Basel.

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