Wo Flüchtlinge wohnten und Abba spielten

Legendäre Konzerte, packende Eishockeyspiele, Radrennen und Boxkämpfe haben in den vergangenen 75 Jahren in der einst grössten Mehrzweckhalle Europas stattgefunden. Das Hallenstadion in Zürich ist ein Ort der Emotionen.

75 Jahre Hallenstadion

Die 1912 eröffnete offene Radrennbahn in Zürich-Oerlikon war nicht wetterfest. Das sollte sich mit dem Bau einer überdachten Mehrzweckhalle ändern. Pläne für ein Hallenstadion lagen auf dem Tisch.

Der erste Spatenstich für die ehemals grösste Sporthalle Europas erfolgte am 2. Mai 1938. Die Eröffnung, ein Jahr später, sollte noch während der Landesausstellung erfolgen. Unliebsame Vorkommnisse und Widerwärtigkeiten führten jedoch zu Verzögerungen. Die Landi hatte ihre Tore bereits geschlossen und in Europa herrschte Krieg, als am 4. November 1939 das Hallenstadion eingeweiht werden konnte.

Erweiterung der Sportstätte

Im Mittelpunkt des 121 Meter langen, 106 Meter breiten und 26 Meter hohen Baus war die Holzpiste, die während Jahrzehnten den Ruf als schnellste Radrennbahn der Welt besass. Die Eisbahn kam erst 1950 dazu und so wurde das Hallenstadion Heimstadion des ZSC und der heutigen ZSC Lions.

Mulitifuktionales Stadion

Die Veranstaltungen, die im Hallenstadion stattfanden reichten von Ausstellungen über Zirkus- und Show-Veranstaltungen, Konzerten und dem Sechstagerennen bis hin zur Züspa. Weltstars wie The Rolling Stones, Tina Turner, Harry Belafonte, Bruce Springsteen, Udo Jürgens, Peter Maffay bis hin zu Jonny Cash, Eric Clapton und viele, viele mehr bespielten die Bühne des Hallenstadions. Das Konzert von Louis Armstrong im Jahr 1959 eröffnete die lange Reihe von Konzerten und Cher schloss sie im Jahr 2004 vorübergehend ab.

Nach über sechzig Jahren intensiver Nutzung wurde das inzwischen denkmalgeschützte Hallenstadion zwischen Juli 2004 und August 2005 für 145 Mio. Franken umfassend renoviert. Während das Gebäude äusserlich weitgehend unverändert geblieben ist, ist im Inneren ein komplett neues Stadion entstanden.

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