Wundertüte Oktober

Bis vor wenigen Tagen brachte der diesjährige Oktober uns Sonnenschein und spätsommerliche Temperaturen. Vor zwei Jahren fiel im Flachland der erste Schnee. SRF-Meteorologe Ivo Sonderegger erklärt, warum der Oktober für ihn und seine Kollegen der spannendste Monat ist.

Oktober-Wetter:

Bildlegende: Oktoberwetter Spätsommer im Oktober 2014 (links) und der erste Schnee in Flachland (2012). Keystone/ SRF

SRF-Meteorologe Ivo Sonderegger im Büro.

Bildlegende: Liebt den Oktober SRF-Meteorologe Ivo Sonderegger. SRF

Höchsttemperaturen, Schneefall, Regen oder Föhn. Der Oktober ist für die Meteorologen eine Wundertüte.

Genau das mag der Thurgauer Meteorologe Ivo Sonderegger (30) an diesem Monat.

Der Süden versinkt im Wasser

Im Tessin ist in den vergangenen Tagen enorm viel Regen gefallen. Den Grund dafür erklärt Ivo Sonderegger mit der Wetterlage. An den Alpen habe sich feuchte Luft aus dem Süden gestaut und das brachte dem Tessin den Dauerregen. In Locarno ist auf einen Quadratmeter 140 Liter Wasser vom Himmel gefallen. Zum Vergleich - eine handelsübliche Badewanne fasst gleich viel Wasser sagt der Meteorologe.

Statistiken belegen die Wetterkapriolen im Oktober

Hohe Temperaturen im Oktober sind genau so möglich wie Eiseskälte, sagt der Wettermann und Morgengast Ivo Sonderegger. Bläst der Wind vom Süden her, wird warme Mittelmeerluft zu uns geweht und dies könne die Temperaturen markant ansteigen lassen. Werte über 30 Grand kommen immer wieder vor. Auch das Gegenteil ist möglich. So wurden nach dem Hitzesommer 2003 in Aadorf im Oktober -8 Grad gemessen.

Die Tage werden kürzer - der Nebel hält sich länger

Im Verlauf des Oktobers scheint die Sonne insgesamt 1,4 Stunden weniger lang. Damit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Nebel sich auflöst. Bei Nebel mit einer Obergrenze von 1000 Metern liegt diese Wahrscheinlichkeit anfangs Oktober bei 70 Prozent. Gegen Ende des Monats fällt dieser Wert auf 40 Prozent.