Auf den Spuren des Dramatikers Frank Wedekind Lenzburg 26.10.2014

Vor 150 Jahren in Hannover geboren, zog Frank Wedekind als Kind mit seiner Familie in die Schweiz. Franks Vater war im amerikanischen Goldrausch reich geworden, fühlte sich nach seiner Rückkehr nach Hannover politisch aber nicht mehr zu Hause und zog in die Schweiz wo er das Schloss Lenzburg kaufte.

Lenzburger Burghalde

Bildlegende: Lenzburger Burghalde Wikimedia

Obwohl Frank hier mit fünf Geschwistern aufwuchs, langweilte er sich auf dem Schloss hoch über der Stadt.

Doch der fantasiebegabte Jüngling wusste diese zu vertreiben und liess sich immer wieder etwas einfallen.So ritt er auf dem Rücken des Schlossesels ins Städtchen hinab, galoppierte über den Friedhof, stiftete seine Schulfreunde zu deftigen Streichen an und verdrehte gestandenen Ortsbürgerinnen mit seinen Liebesgedichten den Kopf. In frechen Schmähversen rächte er sich ausserdem bei seinen Lehrern für Arrest und Strafarbeiten.

Ein einschneidendes Erlebnis während seiner Zeit in der Kantonsschule in Aarau verarbeitete er im Theaterstück «Frühlingserwachen».

Frank Wedekind habe schon als junger Mensch erkannt, wie skandalträchtig ein scheinbar geordnetes und sittsames Gemeinwesen wie eine aargauische Kleinstadt sein kann, hielt einer seiner Herausgeber, Rolf Kieser, in einem Referat über Wedekind fest: «Und wenn er keine Skandale entdecken konnte, erfand er seine eigenen, wie die Geschichte seiner Jugend in Lenzburg überaus deutlich nachweist.»
Der Streifzug nach Lenzburg ist diesem aussergewöhnlichen Schriftsteller gewidmet, dessen gesellschaftskritische Theaterstücke ihn zu den meistgespielten Dramatikern seiner Epoche machten. Seine ersten Texte schrieb er in Lenzburg, und sein erstes Geld verdiente er als Werbeleiter beim Nahrungsmittelhersteller Maggi in Kemptthal. Auch dort liess er sich etwas einfallen: Er pries die Suppenwürfel und Streuwürze in Versform an.
Nach dem nachmittäglichen Spaziergang im Schlosshof und durch die Lenzburger Altstadt liest Andreas Müller-Crepon Textpassagen aus dem Werk des Dramatikers. Konzipiert und begleitet wird der Streifzug von der Literaturwissenschaftlerin Martina Kuoni.

Preis pro Person: CHF 95.--

Anmeldeschluss: 15. Oktober 2014

Programm

Individuelle Anreise
13.00 Uhr Begrüssung Eingang Museum auf Schloss Lenzburg

13.00 bis 15.30 Uhr Rundgang im Schlosshof und durch Lenzburg
15.30 bis 16.30 Uhr Imbiss im Hotel «Krone»
16.30 bis 17.30 Uhr Lesung mit Andreas Müller-Crepon

Der Streifzug im Überblick

Sonntag, 26.10.2014

13.00 bis 17.30 Uhr

Preis pro Person: CHF 95.--
Anmeldeschluss: 15.10.2014