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60 Jahre Radio SRF 2 Kultur Kultureller Seiltanz seit 60 Jahren

Vor 60 Jahren, am 16. Dezember 1956, wurde die Nummer zwei der SRF-Radiopalette erstmals in den Äther geschickt.

Radioschaffende im Studio
Legende: Radio ist ihre Leidenschaft: Radioschaffende im DRS 2 Studio in Zürich. SRG

Die Initiierung dieses radiofonen Zusatzangebotes zum ersten Programm war zunächst eine Marketingmassnahme, um die Hörer zurückzuholen, die ausländische Sender via Telefonrundspruch empfingen. Der Köder bestand in der Übernahme von zwei Stunden des ersten Programmes – «Content Sharing» der ersten Stunde – und klassischer Musik.

An eine anspruchsvolle Hörerschaft

Dass das zweite Programmangebot vor allem klassische Musik ausstrahlte, hatte mit der grossen technischen Errungenschaft der Fünfzigerjahre zu tun. Der Einführung der Ultrakurzwelle UKW. Gegenüber der bis dahin gebräuchlichen Mittelwelle bot UKW eine bedeutend bessere Ton- und Empfangsqualität, dies zudem in Stereo. Theoretisch. Denn die Radiostudios wurden erst ab 1977 etappenweise auf Stereofonie umgerüstet. Der Markt zog erst allmählich mit erschwinglichen, bedienerfreundlichen UKW-Empfängern nach.

So entwickelte sich «Nummer zwei» munter weiter und wurde 1968 zum 24h- Vollprogramm, das sich als an eine «Hörerschaft mit gehobenen Ansprüchen» wandte. Die Geschichte von DRS 2 war fortan geprägt von Programmveränderungen, welche die gesellschafts- und medienpolitischen Entwicklungen der Schweiz geradezu bilderbuchmässig illustrieren.Denn seit es Radios gibt, wird intern wie auch in Politik und Öffentlichkeit leidenschaftlich über die Programmangebote der SRG debattiert.

Breiter Kulturbegriff

Eine Publikumsbefragung Ende der 60er Jahre zeigte stark divergierende Publikumsansprüche auf und spaltete die Programmverantwortlichen in zwei Lager. Die einen vertraten die Auffassung, Radio müsse konsequent als Begleitmedium konzipiert werden. Die anderen machten sich unbeirrt für die vertieften Inhalte stark. Letztere setzten sich beim zweiten Programm durch: der Fokus wurde fortan auf «Reflexion, gestaltete Sendungen für Intensivhörer, Angebote für wechselnde Zielgruppen und für Minderheiten» gelegt.

Bis zur Einführung der dritten Programme 1983 wurden die Intensiv- und Gelegenheitshörer sowohl mit Konzertübertragungen und der Hitparade als auch mit Sportübertragungen, Jazz-, Religions- und anderen Sendungen bedient. Die Einführung der dritten Radiogeneration setzte dem weiten Programmverständnis zunächst ein Ende, der inhaltliche Fokus wurde enger.

Er zielte auf die Künste, auf Literatur, Film sowie auf Klassik und Jazz. Seit 2012 folgt Radio SRF 2 Kultur einem dezidiert breiten Kulturbegriff. Er umfasst neben den Künsten die Alltagskultur ebenso wie gesellschaftliche und politische Reflexionen. Kultur, ob begleitend, tagesaktuell oder vertiefend, hat in der Schweiz seit nun 60 Jahren eine eigenen Resonanzkörper. Er heisst Radio SRF 2 Kultur.

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