Streifzug ins Museum für Musikautomaten 15. 2. 2014 AUSGEBUCHT

Flötenuhren, Spieldosen, Drehorgeln und selbstspielende Klaviere – seit Jahrhunderten zieht die mechanische Musik die Menschen in ihren Bann. Das Museum für Musikautomaten im solothurnischen Seewen beherbergt eine einzigartige Sammlung von internationalem Renommee.

Eine offene Britannic-Orgel aus Holz.

Bildlegende: Britannic-Orgel Spieltisch im Museum für Musikautomaten. Museum für Musikautomaten

Ein Spezialgebiet des Museums ist die Sammlung von Instrumenten der Firma M. Welte & Söhne aus Freiburg im Breisgau. Es war ein Geniestreich, als Edwin Welte einen speziellen Aufnahmeapparat für das Spiel von Pianisten erfand und gleichzeitig mit dem Welte-Mignon ein Reproduktionsklavier auf den Markt brachte, das in der Lage war, die auf Papierrollen festgehaltenen Aufnahmen wiederzugeben. Das Welte-Mignon-Repertoire darf als Vermächtnis des Virtuosentums des 19. Jahrhunderts betrachtet werden, denn zwischen 1905 und 1932 zeichnete der Erfinder die Werke einer Generation von bedeutenden Musikern auf, deren Wurzeln tief in der romantischen Epoche liegen. Seinem Mignon ist es zu verdanken, dass die pianistische Interpretationskunst, so wie sie noch vor dem Schallplatten- und Radiozeitalter gepflegt wurde, dokumentiert ist.

Mit der Welte-Philharmonie-Orgel gelang der Firma ein noch grösserer Wurf: Im Museum in Seewen befindet sich mit der «Britannic»-Orgel ein besonders wertvolles Instrument. Diese Orgel wurde ursprünglich für die «Britannic», das Schwesterschiff der 1912 gesunkenen «Titanic», entworfen. Weil die «Britannic» aber im Ersten Weltkrieg als Lazarettschiff vor Griechenland gesunken war, konnte die Orgel nicht eingebaut werden und kam dafür nach Seewen.

Der Rollenkatalog der Firma Welte liest sich wie ein «Who’s who» von Pianisten, Organisten, Komponisten und Dirigenten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Darunter findet man Namen wie Ignacy Jan Paderewski, Gustav Mahler, Edvard Grieg, Richard Strauss, Claude Debussy, Maurice Ravel, Max Reger, Ruggiero Leoncavallo und Arthur Nikisch, deren Spiel dank Weltes Papierrollen heute wie von Geisterhand wiedergegeben werden kann.

André Scheurer, Musikredaktor von Radio Swiss Classic, befasst sich seit Jahren mit der mechanischen Musik. In seinen kommentierten Konzerten im Museum vermittelt er dem Publikum diese Epoche mit spannenden Geschichten und Anekdoten und lässt so den Geist der Künstler einer längst verklungenen Zeit wieder aufleben.

Vor dem Konzert findet für die Mitglieder des SRF Kulturclubs eine Führung durch das Museum statt.

Programm

13.30 Uhr
Treffpunkt Bahnhof Liestal, Fahrt mit Postauto nach Seewen

14.15–15.20 Uhr
Begrüssung und Führung durch das Museum

15.20–16.00 Uhr
Pause mit Getränken im Museumsrestaurant

16.00–17.00 Uhr
Konzert mit André Scheurer, Musikredaktor Radio Swiss Classic

17.00–17.45 Uhr
Kleiner Imbiss

17.51 Uhr
Rückfahrt mit Postauto nach Liestal

Streifzug im Überblick

Samstag, 15. Februar 2014 AUSGEBUCHT
14.15 bis 17.45 Uhr

Preis pro Person: CHF 58.– (exkl. Postautobillett)

Anmeldeschluss:
24. Januar 2014

Ticketreservation über die Telefonnummer 061 365 34 11