«Zu Ende leben» Sonntag, 1. März 2015, 11.00 bis 13.30 Uhr

Tom wird völlig überraschend mit seiner Endlichkeit konfrontiert – und sprüht fortan vor Lebenslust. Er steht im Zentrum von Rebecca Panians Film «Zu Ende leben», in dem sich auch Prominente wie Pedro Lenz und Nik Hartmann zum Tabuthema Tod äussern.

Mann und Kind versuchen, Löffel an die Nase zu drücken, bis sie kleben.

Bildlegende: «Zu Ende Leben» ist ein Dokfilm, in dem auch bekannte Schweizer über das Tabuthema Tod reden. Filmcoopi

Er ist ein aktiver, sportlicher Mann, doch Tom wird mit Anfang 50 ein Gehirntumor diagnostiziert. Was nun? Tom bleibt optimistisch, stellt sich dem Unausweichlichen, lotet Grenzen aus. Etwa in Fragen nach der Wirkung schulmedizinischer und komplementärmedizinischer Heilmethoden. Vor allem aber beginnt er, seine Träume zu verwirklichen.

Die Regisseurin und Autorin Rebecca Panian begleitet ihn in ihrem Dokumentarfilm, der am Zurich Film Festival 2014 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Sie hat respektvoll recherchiert und kommt Tom und den Menschen in seinem Umfeld anrührend nahe: Sie sprechen offen, auch in intimen Momenten, etwa bei Diskussionen im Familienkreis.

Neben Tom, der im Zentrum steht, hat die Regisseurin Menschen aus verschiedenen Generationen für kurze Statements zum Tabuthema Tod vor die Kamera gebeten – darunter Prominente wie Franz Hohler, Kurt Aeschbacher, Dimitri und Katharina Hoby.
Wer einen schwermütigen Filmreport erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Bei aller Ernsthaftigkeit ist «Zu Ende leben» ein überraschend optimistisches Werk mit leichten Tönen, das eine Vielfalt an Eindrücken bietet und aufzeigt, wie eine Krankheit zur Energiequelle werden kann. «Die Angst vor dem Tod hält uns nicht vom Sterben ab, sondern vom Leben», sagt Rebecca Panian. In diesem Sinne erzählt ihr Film berührend von der Vergänglichkeit.

Nach der Filmvorführung findet unter der Leitung von Cornelia Kazis, Redaktorin Kunst und Gesellschaft bei Radio SRF 2 Kultur, ein Podiumsgespräch mit Rebecca Panian und dem Palliativmediziner Roland Kunz statt. Er vertritt eine Haltung, die auch im Film von Panian zum Ausdruck kommt: «Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern darauf, den Jahren mehr Leben zu geben.» Lebensqualität vor Lebensquantität also. Was das mit sich bringt, welche Rolle die Angehörigen und die individuellen Wünsche von todkranken Menschen spielen und welche institutionellen Grenzen gesprengt werden müssten, sind im Gespräch ebenso Thema wie die Arbeitserfahrungen der Filmerin.

Programm:

Individuelle Anreise
10.45 Treffpunkt kult.kino atelier in Basel
11.00–12.30 Filmvorführung
12.30–12.45 Pause
12.45–13.30 Rebecca Panian und Palliativmediziner Dr. Roland Kunz im Gespräch mit Cornelia Kazis

Diese öffentliche Veranstaltung ist für Mitglieder des SRF Kulturclubs kostenlos. Eine telefonische Anmeldung mittels ist obligatorisch (061 365 32 95)
Anmeldeschluss: 20. Februar 2015

Der Streifzug im Überblick

«Zu Ende leben»
Vorpremiere des Films von Rebecca Panian
Sonntag, 1. März 2015, 11.00 bis 13.30 Uhr
Gratisveranstaltung für Mitglieder des SRF Kulturclubs,
Anmeldung obligatorisch
Tel. 061 365 32 95