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Aktuell 3 Gründe, warum Teilen doch nicht so toll ist, wie wir dachten

«Teilen ist das neue Besitzen» - mit diesem Versprechen lockt die Sharing Economy. Doch wie nachhaltig sind Airbnb, Uber und Co. wirklich? Auch wenn Teilen hip ist – über diese drei Schattenseiten kann man nachdenken.

In China erlebt das Bikesharing einen Boom. Das bleibt nicht ohne Folgen: In den Strassen türmen sich riesige Berge von kaputten Leihvelos.
Legende: Die Schattenseiten der Sharing Economy In China erlebt das Bikesharing einen Boom. Das bleibt nicht ohne Folgen: In den Strassen türmen sich riesige Berge von kaputten Leihvelos. Reuters

Teilen ist trendy und zeitgemäss. Doch vom ursprünglichen sozialen Nachhaltigkeitsgedanken ist in manchen Bereichen nicht mehr viel übrig.

Höre jetzt den 15-minütigen «Input Kompakt» Podcast zum Thema.

Die Sharing Economy ist nicht nur nachhaltig und umweltfreundlich

«Verschiedene Studien kommen zum Ergebnis, dass die Umweltbelastung durch die Sharing Economy steigt», sagt die Soziologin Katja Rost. Als Beispiel nennt sie Mitfahrdienste wie etwa das US-amerikanische Unternehmen Uber: So zeigte sich beispielsweise in New York, dass mehr Menschen Taxis nutzen, dank der günstigeren Preise und aufgrund dessen insgesamt mehr Autos unterwegs sind. Der Öffentliche Verkehr bleibt wortwörtlich auf der Strecke. Ähnliches gilt, wenn dank günstigem Couchsurfing mehr Geld in Flugreisen investiert wird. Das Phänomen nennt sich «Rückprall-Effekt».

Das Auto als Verkehrsmittel erlebt in der Stadt New York momentan ein Boom.
Legende: Mitfahrdienste führen zu mehr Autoverkehr in den Strassen New Yorks. Keystone

Die Sharing Economy macht uns egoistischer

Die Sharing Economy fördere egoistisches Verhalten, sagt Rost vom soziologischen Institut der Universität Zürich.

Die Grenze, ab welchem Punkt wir etwas kostenlos teilen oder eben nicht, verschiebt sich durch die neuen Geschäftsmodelle zu Gunsten der Kommerzialisierung.
Autor: Katja RostUniversität Zürich

Oder einfach gesagt: Früher verlieh man Sofa oder Bohrmaschine einfach so – die Sharing Economy macht ein lukratives Business daraus und weckt den Geldmacher-Instinkt in uns.

Die Sharing Economy weist Tendenzen zur Monopolisierung auf

«Das grösste Problem der Sharing Economy sehe ich bei einer möglichen Monopolbildung und wenig Wettbewerb», so Rost. Auch die Sharing Economy funktioniert am Ende nach dem «The winner takes it all»-Prinzip.

Jeder will ein Stück vom Kuchen haben - doch am Ende gibt es nur wenige Gewinner, welche in der Folge über Spielregeln und Preise entscheiden. Wenn man Teilen als etwas Soziales und Gemeinschaftliches ansieht, passt diese Entwicklung nicht so richtig ins (Ideal-)Bild.

Was denkt ihr über das grosse Teilen? Wo seht ihr die Chancen, wo die Gefahren? Diskutiert mit in der Kommentarspalte!

5 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Serschen (Sartsch)
    Ich finde Teilen grundsätzlich auch gut. Meiner Meinung nach ist der Beitrag nicht an den richtigen Fakten «aufgehängt». Wie die anderen Kommentierenden schon bemerkt haben: Uber, AirBnB und alle ähnlichen Geschäftsmodelle haben überhaupt nichts mit Teilen zu Tun. Es geht doch eher um Mieten, Leasen oder Verwenden gegen Entgelt. Also ich finde, den «Rückprall-Effekt» so zu erklären, ist nicht optimal.
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  • Kommentar von Simon Suter (Simi)
    Teilen ist super. Nur ist das überhaupt nicht, was Uber, AirBnB und andere sogenannte SharingEconomy-Fritzen tun, im Gegenteil. Sie umgehen Gesetze, beuten so auf illegale Weise ihre Angestellten (die sie nichtmal als solche anerkennen) aus und wälzen ihre gesamte unternehmerische Verantwortung und ihr gesamtes unternehmerisches Risiko auf diese ab. Eine reine Schweinerei, die mit Innovation und Teilen überhaupt nichts zu tun hat. Uber & Co. gehören verboten.
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Uber? Was hat Uber mit "Teilen" zu tun? Uber ist ein Transportangebot zu Dumpingpreisen, die durch Umgehen von Vorschriften und Ausbeutung der Fahrerinnen und Fahrer möglich werden. ("Ausbeutung" - welch klassenkämpferisches Wort; ich hätte nie gedacht, dass mir das mal über die Tastatur läuft. Uber macht auch das möglich!) - Dafür fehlt Mobility-CarSharing als positives Beispiel, das in geregelten Bahnen verläuft.
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    1. Antwort von Céline Raval, Redaktionsleiterin Input
      Lieber Max Danke für deinen Input. Es kommt sehr darauf, wie man «Sharing Economy» definiert, oder? Uber sieht sich selber als Mitfahr-Vermittlungsplattform. Man teilt also sein Auto im weitesten Sinne mit anderen. Aber ganz klar: Mittlerweile ist dieser Mitfahrdienst stark professionalisiert. Das Beispiel Mobility wird in der Sendung ebenfalls angesprochen – sowohl im «Input Kompakt» als auch dann in der langen Radiosendung am Sonntagabend.
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    2. Antwort von Felix Rothenbühler (Felix Rothenbühler)
      Mobility ist eine Genossenschaft. Insofern sind die Mitglieder (anders als die Nutzer) Mitinhaber und über die Delegierten durchaus auch an Entscheidungsprozessen beteiligt. Ich bin seit Jahren dabei und habe anfänglich auch Arbeiten als Wagenbetreuer für Mobility, damals noch ATG (Auto-Teilet-Genossenschaft), inne gehabt. Durch die zunehmende Grösse und Professionalisierung ist vom Mitmach-Gedanken einiges verloren gegangen, im Kern aber durchaus noch vorhanden.
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