Alltägliche Spleens der Kreativen: Man gönnt sich ja sonst nix

Franz Kafka machte Morgengymnastik nackt vor dem Fenster, Woody Allens beste Ideen kommen ihm unter der Dusche und Ludwig van Beethovens Kaffee durfte nur sechzig Kaffeebohnen beinhalten. Das Buch «Daily Rituals – How Artists Work» zeigt die Macken von Musikern, Schriftstellern und Malern.

Franz Kafka machte am Morgen 10 Minuten Sportübungen – nackt – bei offenem Fenster. Sonst war er nicht kreativ.

Bildlegende: Franz Kafka machte am Morgen 10 Minuten Sportübungen – nackt – bei offenem Fenster. Sonst war er nicht kreativ. Keystone / SRF 3

Auch die kreativsten Köpfe der Zeitgeschichte hatten ihre alltäglichen Spleens. Der US-amerikanische Journalist Mason Currey durchforstete Briefe, Tagebücher und Biografien von 161 Künstlern, um ihre speziellen Angewohnheiten durch den Tag zu finden.

Im Buch «Daily Rituals – How Artists Work» geht er der Frage nach: Braucht man einen alltäglichen Spleen, um so kreativ arbeiten zu können? Wer das Buch gelesen hat, weiss: Ja, man braucht definitiv eine Macke um so wie Beethoven, Warhol oder Voltaire zu werden. Das Buch gibts auch auf Deutsch unter dem Titel: «Musenküsse: Für mein kreatives Pensum gehe ich unter die Dusche.»

Selber forschen

Zum Buch gibt es eine interaktive Infografik, mit der ihr selber recherchieren könnt, wann die Kreativen aktiv waren. Wann stand Sigmund Freud auf? Wann hat Mozart gefrühstückt? Wann ging Kafka schlafen?

    • Victor Hugo.

      Bildlegende: Victor Hugo. Keystone

      Victor Hugo und das Eisbad

      Der französische Schriftsteller nahm um 11 Uhr morgens auf dem Dach ein Eisbad. Das Wasser liess er über Nacht drin, damit das Wasser eisigkalt war und schrubbte sich mit einem Pferdehaar-Handschuh sauber.

    • Voltaire.

      Bildlegende: Voltaire. PD

      Voltaire im Bett

      Der Französische Schriftsteller und Philosoph arbeitete immer im Bett.

    • Stephen King

      Bildlegende: Stephen King Keystone

      Stephen King und sein Schreibkrampf

      Schreibt jeden Tag im Jahr – auch in den Ferien und an seinem Geburtstag. Er hört jeden Tag erst dann auf, wenn er mindestens zweitausend Wörter geschrieben hat.

    • Friedrich Schiller

      Bildlegende: Friedrich Schiller Keystone

      Friedrich Schiller und die Äpfel

      Der deutsche Poet und Philosoph hatte immer eine Schublade voller verdorbener Äpfel. Er sagte, er brauchte deren verfaulender Geruch um die Dringlichkeit des Schreibens zu fühlen.

    • Mark Twain.

      Bildlegende: Mark Twain. Keystone

      Marc Twain und das Horn

      Um 5.00 Uhr begann er jeweils zu arbeiten. Seine Familie durfte nicht in die Nähe seines Arbeitszimmers kommen. Wenn sie ihn brauchten, mussten sie in ein Horn blasen.

    • Woody Allen

      Bildlegende: Woody Allen Keystone

      Woody Allen unter der Dusche

      Um seine «mentale Energie» aufzuladen, nimmt Woody Allen gerne Extraduschen durch den Tag. Es erfrische ihn und er könne so gut relaxen, sagte er einst. Vor allem wenn es draussen kalt sei, bringe ihm eine Dusche neue Kreativität.

    • Sigmund Freud

      Bildlegende: Sigmund Freud Keystone

      Sigmund Freud und die Zahnpaste

      Seine Frau musste ihm jeden Tag die Kleider bereit legen und Zahnpaste auf seine Zahnbürste drücken.