Best of 2013: Stil-Tipp

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende zu – Zeit, um zurückzuschauen auf Highlights und Tiefpunkte. Unser Stil-Sheriff Jeroen van Rooijen lässt seine ganz persönlichen Ups and Downs des Jahres Revue passieren.

Absolutes persönliches Stil-Highlight

Die Durchführung des dritten Zürcher Style Rides, einer Velo-Plauschfahrt für gut angezogene Menschen, die früher einmal Gentlemen’s Run hiess. Es war für mich eine absolut berauschende Erfahrung, so viele stilvolle, hoch motivierte und liebenswerte Leute an einem sonnigen Juninachmittag am Zürichhorn zu treffen und mit über hundert höchst individuell angezogenen Velo-Fans durch die Limmatstadt zu radeln. Besonders schön war es, dass so viele kamen, obwohl wir dieses Jahr weder namhafte Sponsoren noch Luxusuhren zu verlosen hatten. Trotzdem hat sich die Stil-Community zum gemeinsamen Velofahren zusammengefunden, und das verpflichtet mich, 2014 wieder so einen Event zu veranstalten. Es gibt inzwischen sogar Anfragen aus anderen Städten im In- und Ausland, den Style Ride auch anderswo durchzuführen.

Was sonst noch typisch für 2013

Der Hipster-Stil ist zu einem wirklich augenfälligen Phänomen geworden. Man sieht diesen ursprünglich als leicht ironischen Anti-Style entwickelten Look, der aus den Kreativmilieus von Berlin-Kreuzberg oder Brooklyn kam, inzwischen schon in jedem Kaufhaus. Kennzeichnend sind sehr schmale Hosen, knöchelhohe Naturlederschuhe mit weissen Sohlen, karierte Hemden, lustige Pullover, Wollmützen und Parkas. Bei Männern gehört auch der Bart dazu. Es ist vermutlich der prägende Stil dieses Jahrzehnts, der sicher auch 2014 weiterlebt, obwohl er natürlich durch die massive kommerzielle Verbreitung viel von seiner Originalität eingebüsst hat. Als nächstes muss es wohl wieder eleganter werden.

Der stilloseste Moment des Jahres 2013

Ich bin jedes Mal wieder fassungslos und leicht geschockt, wenn ich aus den halbjährlichen Modenschauen von Versace in Mailand komme. Ich wundere mich eigentlich, dass ich trotz regelmässiger Verrisse noch immer eingeladen werde, und vorletzte Saison sass ich also ganz vorne und durfte die krasse Stillosigkeit von Donatella Versaces Design von ganz nahe erleben. Es war wirklich fast schockierend, zu sehen, dass eine Frau im Jahr 2013 noch immer solch billige, unanständige Mode entwirft, die aus meiner Sicht eine herabsetzende oder gar entwürdigende Wirkung für die Models hat. Es kommt bei Versace wirklich jede Saison noch einmal schlimmer als in der Saison davor.