Ein Tag im Leben von Karl Lagerfeld

Dem Magazin «Harper‘s Bazaar» gewährte der Kaiser unlängst einen exemplarischen Einblick in einen typischen Arbeitstag in Paris.

Karl Lagerfeld zieht sich selten vor 12 Uhr mittags an.

Bildlegende: Geheimnisvoll: Karl Lagerfeld zieht sich selten vor 12 Uhr mittags an. Keystone

8 Uhr: Karl Lagerfeld steht auf - nach exakt sieben Stunden Schlaf. Er trägt ein langes weisses, massgeschneidertes Nachthemd, in dem er den ganzen Vormittag verbringt. Demzufolge ist er am Abend davor um ein Uhr nachts ins Bett gekommen. «Wenn ich schlafe, dann schlafe ich - das Haus könnte derweil auseinander fallen», sagt Lagerfeld.

8 Uhr 30: Frühstück - Lagerfeld trinkt zwei Protein-Shakes, ohne Zucker. Einer schmeckt nach Schokolade, der andere nach Äpfel. Warme Getränke wie Tee oder Kaffee mag er nicht. Ausser Wasser gibt‘s in seinem Menüplan nur Cola light. Workout macht Karl Lagerfeld nicht, auf Anraten seines Arztes, der sagt, dass das nicht nötig sei.

9 Uhr: Karl Lagerfeld liest und studiert seine Post, in seinem Apartment, auf einem speziellen Sofa. Er liest englische, französische und amerikanische Zeitungen, manchmal auch deutsche Zeitungen. Er bevorzugt Papier, auch wenn er ein iPad hat. Vom Fenster aus sieht Lagerfeld den Louvre und die Seine. Wenn er genug gelesen hat, zeichnet er.

11 Uhr: Der Coiffeur macht Lagerfelds Frisur - seine zum typischen Zopf gebundenen Haare sind nicht weiss, sondern grau und werden abgepudert. Aber nicht mit Puder, sondern mit Trockenshampoo von Klorane.

12 Uhr: Lagerfeld zieht sich an. Das meiste in seiner Garderobe ist auf Mass für ihn gefertigt, auch die typischen Jeans. Die Jacketts waren in den letzten Jahren oft von Dior Homme. Typisch ist das weisse Hemd mit dem hohen Kragen und die breite Krawatte.

12 Uhr 30: Lagerfeld hat erste Termine, sogenannte Lunches - allerdings isst er nur, wenn der Termin in seinem zweiten Privathaus in Paris stattfindet, wo er seinen eigenen Koch hat. Auswärts isst Lagerfeld nicht. In diesem Privathaus ist auch Lagerfelds privates Studio, in dem er arbeiten kann.

16 Uhr: Karl Lagerfeld lässt sich von Sébastien, seinem Sekretär und Fahrer, zum Hauptsitz von Chanel fahren. Der andere seiner beiden Fahrer erledigt derweil Kommissionen. Lagerfeld fährt einen Rolls Royce Phantom, den er geschenkt bekam. Unterwegs schaut er am liebsten aus dem Fenster. Telefonieren tut er im Auto nur ungern. Unterwegs hält er noch bei Galignani und kauft neue Bücher ein.

17 Uhr: Karl Lagerfeld nimmt seine Arbeit bei Chanel auf. Er ist üblicherweise von fünf bis acht Uhr dort, das reicht, wie er selber sagt. Er schaut sich an, was seine Mitarbeiter den Tag durch entworfen und drapiert haben, trifft Menschen und gibt Anweisungen. «Ich bin sehr schnell und gut organisiert», sagt er, «Ich bereite mich abends, nachts und morgens sehr gut vor und bin dadurch sehr effizient.» Ideen an sein Designteam schickt er als Mail-Attachement per iPhone. Drapieren tut er selber seit Jahren nicht mehr.

21 Uhr: Mit dem Dinner ist es wie mit dem Lunch: Lagerfeld isst nicht viel, und nicht gerne ausser Haus. Er geht zu Terminen und trifft Menschen, besucht Events, wenn er eingeladen ist und selbst eine Rolle dabei spielt. Manchmal gibt es auch gesetzte Dinners, aber lieber wartet er mit dem Abendessen, bis er zu Hause ist.

23 Uhr: Lagerfeld kommt nach Hause, liest noch etwas, spielt mit seiner Katze Choupette und geht zu Bett.

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