Lehrlinge sind in der Schweiz Mangelware

Firmen haben es zurzeit schwer, sie müssen richtiggehend um Lehrlinge buhlen. Betriebe und Branchenverbände setzten alle Hebel in Bewegung, damit sich das ändert. Bis jetzt jedoch ohne grossen Erfolg.

Dieser Tage beginnen wieder zehntausende Schulabgänger ihre Lehre. Gleichzeitig bleiben auch diesen Sommer wieder tausende Lehrstellen schweizweit unbesetzt. Vor allem in technischen Berufen und auf dem Bau, aber auch in der Gastromomie und Fleischbranche fehlt der Nachwuchs. Imagewerbung und Spots bringen nur wenig, zeigen Recherchen von SRF3.

Hunderte offene Lehrstellen trotz TV-Spot

Mit einem 30-sekündigen Spot wirbt swisstec auf allen TV-Kanälen um Nachwuchs in der Gebäudetechnik. Coole Teenager tanzen leidenschaftlich, ausgelassen und athletisch. Am Ende der Slogan “Unsere Lernenden rocken“. Mit mässigem Erfolg allerdings. Mehrere hundert Lehrstellen bleiben trotz Spot verwaist.

Image-Spots mit beschränkter Wirkung

Solche Image-Spots seien definitiv keine Wundermittel, sagt Fabienne Locher von der Ostschweizer Bildungsmesse als Kennerin des Lehrstellenmarktes. Diese könnten höchstens eine Entscheidungshilfe sein. Sie rät den Verbänden aber, entweder richtig viel für einen professionellen Film in die Hände zu nehmen oder es ganz zu lassen.

Eine Studie aus dem Jahr 2012 über die Lehrstellenwahl zeigt ausserdem: Die Medien haben keinen grossen Einfluss auf die Berufswahl der Jugendlichen. Ausserdem müsse in einem Werbespot klar werden, dass die Lehre keine Sackgasse und ein Handwerkerberuf eine ehrenvolle Beschäftigung sei.