Medienhäuser passen Sicherheitsmassnahmen an

Nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung «Charlie Hebdo» wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob die Redaktion genügend geschützt wurde. In den Schweizer Redaktionen wurden nach dem Anschlag die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Der in Paris getötete Chefredaktor Stéphane Charbonnier erhielt schon vor zwei Jahren nach Morddrohungen Polizeischutz. Auch andere Zeichner der Redaktion standen unter Polizeischutz. Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen konnten sich die Täter Zutritt zu den Redaktionsräumen verschaffen und töteten zwölf Menschen.

Schweizer Medienhäuser reagieren nun und optimieren ihre Sicherheitsmassnahmen. Laut Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, wurden beispielsweise bei der Redaktion der «Weltwoche» Sicherheitsmassnahmen optimiert.

«  Wegen des Ereignisses in Frankreich ist vor dem Axel Springer Gebäude eine stehende Patrouille der Stadtpolizei Zürich sichtbar. »

Marco Cortesi
Sprecher Stadtpolizei Zürich

Auch Ringier-Sprecherin Danja Spring bestätigt: «Wir haben gestern sofort Massnahmen eingeleitet». Ähnlich tönt es bei Tamedia. «Wir haben seit längerem ein System im Einsatz, um unsere Mitarbeiter zu schützen und beobachten die Situation momentan sehr genau», sagt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer.

Westschweiz reagiert gelassener

Obwohl man direkter Nachbar des betroffenen Landes Frankreich ist, habe man keine Angst in der Redaktion, sagt der Chefredaktor der Tribune de Genève, Pierre Ruetschi. «Sicherheitsmassnahmen bestehen sowieso bei uns. Um unsere Redaktion überhaupt betreten zu können, benötigt man einen Badge», erklärt Ruetschi. Zu drastische Sicherheitsmassnahmen seien aber nicht nötig, meint er. «Als Chefredaktor möchte ich auch nicht 20 Polizisten vor dem Haus haben. Das wäre absurd», so der Romand.