Zum Inhalt springen
Inhalt

Aktuell Mit dem Velo gegen den Stau

Für den Pendler ist jeder Velofahrer ist ein Konkurrent weniger im Stau, im Kampf um den Parkplatz oder um den Sitzplatz in der S-Bahn. Rettet uns das Velo vor dem Verkehrskollaps? Input macht den Test und stösst auf ein riesiges Umstiegs-Potenzial, auch dank Innovationen wie E-Bike oder Velobahnen.

Fahrrad im Verkehr
Legende: Ab durch die Mitte Mit dem Fahrrad kommt man schneller durch den Verkehr. Keystone

Jedes Jahr ist ein neues Velo das Nonplusultra. Der Velobauer und Mechaniker Robert Stolz verrät SRF 3, welche Modelle 2014 der letzte Schrei sind und dass Frauen und Männer total verschieden Velos kaufen und fahren.

Das dicke Neue und der alte Schlanke - Fatbike & Renngöppel

Letztes Jahr wurden schweizweit rund 330'000 neue Velos verkauft. Mountainbikes machen mit 38% den grössten Teil aus, vor den Citybikes mit 21% und den Elektrobikes mit 15%. E-Bikes sind die grösste Wachstumssparte, wurden letztes Jahr knapp 50'000 verkauft.

Fatbike
Legende: Fatbike Der Velotrend 2014. Wikipedia

Jeder Frühling bringt seine neusten Trends: 2014 fährt ein männlicher Trendsetter ein Fatbike; ein Mountainbike mit überdimensionierten Reifen mit einer Breite von bis zu 5 Zoll. Das fatbike wurde in den späten 80er Jahren in den USA erfunden, für Einsätze und Expeditionen auf Eis und Schnee – und wird heute in Trendquartieren in Grosstädten gefahren.

Die weibliche Trendsetterin fährt einen Oldie: Ein filigranes Rennvelo aus den 80er Jahren, aus zweiter Hand versteht sich. Die alten Stahlrahmen-Velos kosten heute bis zu 600 Franken auf dem Flohmarkt; vor zwei Jahren bekam man sie noch für unter 100 Franken.

Frauen kaufen vernünftig, Männer verlieren den Verstand

Der Sattel ist das Symbol für den Geschlechterunterschied beim Velokauf. Frauen wählen zumeist einen konfortablen, bequemen Sattel aus. Männer setzen auf Eleganz und kaufen coole, schöne Sättel, die unbequem sind.

Generell gilt: Frauen kaufen mit dem Kopf, Männer mit dem Herz. Frauen investieren deshalb weniger Geld ins Velo als Männer. Frau kauft pragmatisch und sieht das Velo in erster Linie als Gebrauchsgegenstand, für den Mann ist es zugleich ein Statussymbol, in das er Visionen steckt; zum Beispiel coole Bike-Touren mit Kollegen.

Männer fahren grob, Frauen schlau

Auch beim Service buttern Männer mehr Geld ins Velo als Frauen. Nicht weil sie anspruchsvoller sind, sondern weil sie ihr Velo gröber behandeln. Konkretes Beispiel: Bei einem Lichtsignal bremsen Frauen vorausschauend langsam ab, wenn es Rot ist. Männer dagegen fahren mit unverminderter Geschwindigkeit in der Hoffnung auf Grün und geht erst beim Signal auf die Klötze.

Dasselbe Phänomen beim Gangschalten: Wenn es steil wird, dann schalten Frauen runter. Männer dagegen schalten selten bis nie runter und wenn ein weiterer Velofahrer am Hügel gegen die Steigung kämpft, treten sie erst recht ins Pedal, um ihn zu überholen. Männer brauchen ihre Velos härter und ruppiger und dies erhöht die Abnützung.

Fazit: Männer reiten ihre Velos auch schneller zu Boden als Frauen und kaufen sich schneller wieder ein neues.

Typisch schweizerisch überversichert

Europäisch gesehen sind die Schweizer velomässiges Mittelmass. Sie fahren niemals soviel Velo wie Holländer oder Dänen. Dies liegt in erster Linie daran, dass wir Weltmeister in der Benützung des öffentlichen Verkehrs sind. Die Topographie unseres Landes bremst zusätzlich.

Helm
Legende: Gut geschützt In der Schweiz ist die Dichte der Helmträger viel höher ist als in anderen europäischen Ländern. Keystone

Europameister dagegen sind wir Schweizer was die Sicherheit beim Velofahren betrifft. Viele haben ihr Velo mindestens doppelt versichert: Mit der Hausratsversicherung plus mit einer Spezialversicherung. Dazu kommt, dass in der Schweiz die Dichte der Helmträger viel höher ist als in anderen europäischen Ländern; sogar das Veloland Holland toppen wir bezüglich Kopfschutz.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Meier, Bern
    Auf dem Bild sieht man den typischen E-Biker: Rasantes Tempo dank Elektrokraft und selbstverständlich ohne Helm!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Keller, Herisau
    Aus eigener Erfahrung ist das grösste Hindernis das Wetter/Klima in der Schweiz (sowohl Stadt, Land, Aglo). Topographie (anspruchsvoll, ländlich) löste ich mit E-Bike. Arbeitsweg war 2x10 km. Wegen Klima (Winter, Kälte) kommen nur ca. 6 Mt. in Frage. 6x21 Arbeitstage=126 Tage-10 Tage Ferien=116 Tage. Davon fallen ca. 50% wegen schlechtem Wetter weg. Bleiben bestenfalls noch 58 Arbeitstage. 58 Tage x 20 km = 1160 km. PS: sofern nicht topfeben, schwitzt man auch mit E-Bike leicht
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Diego Frei, Bülach
      Ich fahre seit März 2012 jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit (7 km einfach). Von den möglichen 489 Arbeitstagen bin ich 455! mit dem Velo gefahren. Die meisten der 34 Tage ohne Velo sind wegen Geschäftsreisen entstanden. Witterung ist nicht wirklich ein Problem. Im Winter sinnvolle Kleidung und richtige Reifen (Spike). Bei Regen gibt es Regenjacken und -hosen. Wie sagt schon ein altes Sprichwort: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Britta Müller, Aarau
    Nicht nur das Velo, sondern alle Zweifräder. Roller, Vespa etc sind ideal für den regionalen und städtischen Verkehr im Sommerhalbjahr. Da müssten aber die Autoparkplätze nicht verbreitert, sondern teilweise in Motorradparkplätze umgewandelt werden. 1 Autoparkplatz = 5 Motorradparkplätze. Dazu natürlich genügend Veloabstellplätze. Aber vermutlich verpennt man die Trends wieder einmal.....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Tom Schneeberger, Bern
      Pro Velo Bern hat den Begriff "Velobahnen" für die Schweiz geprägt. Darunter verstehen wir aber nicht nur "4-5m breite" Spezialspuren, die in den meisten Agglos gar keinen Platz mehr hätten. Sondern auch "organisatorische" Velobahnen: Weniger Ampeln, grüne Phasen für Velos, gesicherte Querungen usw. Und eine "Gleichbehandlung" von Töffs ist höchstens dort anzustreben, wo KEINE Zweitaktmotoren im Einsatz sind! Ein einziger macht 50-500x soviel Giftabgase wie ein Auto! - provelobern.ch/velobahnen
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Mark Müller, Basel
      Es geht nicht um eine 'Gleichbehandlung Velo - Töff" sondern um eine Besserstellung Töff - Auto, was das Parkieren betrifft. Neue 2-Takt-Roller mit Euro3-Norm sind recht sauber und jedem Offroader in der Stadt vorzuziehen. Velos mit solch gefährlichen Anähngern wie auf dem Foto sollten einen grossen Bogen um Innenstädte machen, sind viel zu gefährlich für alle.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen