Nemo – Junge Rapper formen die Zukunft

Der Rapper Nemo veröffentlicht als erster Schweizer Musiker seine EP «Momänt-Kids» gratis über WhatsApp. Klar, in seinem Alter (17) ist WhatsApp genauso lebensnotwendig wie Luft und Musik.

Während sich die Musikindustrie nicht nur hierzulande schwer tut im Entwickeln neuer Vertriebswege, hat der Bieler Rapper Nemo bereits bei seiner ersten Veröffentlichung gezeigt, wie die Zukunft aussehen könnte: Seine EP «Momänt-Kids» erscheint über den Nachrichtendienst WhatsApp. Eine cleverer Schachzug: Nemo sammelt auf diesem Weg tausende von nützlichen Telefonnummern für zukünftige Promo-Aktionen und die Fans sind hautnah an ihrem Musikidol dran und erhalten nützliche Infos direkt aufs Handy; dort wo sich das komplette Leben der Teenager ohnehin abspielt. Auf der offiziellen Website von Nemo findet ihr eine Anleitung, wie ihr Euch in die Gruppe einklinken könnt. Heute hat man über den Nemo-Chat zum Beispiel den Link zum neuen Video «Blockbuster» erhalten.

Das Cover des neuen Albums.

Bildlegende: Das Cover des neuen Albums. zvg

Nicht nur Rapper – Auch Produzent

Normalerweise «hustlen» Rapper ihre Beats bei verschiedenen Produzenten. Heisst: Sie kaufen bei angesagten Soundtüftlern ihre Musik ein. Vorteil: Man ist immer auf der Höhe der Zeit und hat abwechslungsreiche Songs am Start. Nachteil: Ein Album wirkt so eher beliebig zusammengewürfelt und hat keine klar erkennbare und einzigartige Handschrift des Künstlers.

Nicht so bei Nemo: Der junge Rapper verrät bereits mit dem Abbild eines MPC-Samplers auf seinem Albumcover (das Ding mit den vielen Knöpfen neben dem Saxophon), dass er seine Musik auch gleich selber produziert. Erstaunlich für einen Jungen in seinem Alter und selten genug in der Schweizer Rapszene. Sogar namhafte Musiker stehen bereits Schlange und wollen einen Beat von Nemo für ihr nächstes Album haben. Unter anderem auch sein Mentor Dodo.

Young Gunz - Die jungen Wilden im Rap

Dass blutjunge Teenager das Rap-Game aufmischen ist indes nichts Neues. Nemo reiht sich ein in eine lange Tradition junger Wilder: Das Rapduo Kris Kross landete 1992 zum Beispiel bereits im Alter von 13 Jahren ihren Welthit «Jump».

André 3000 und Big Boi von Outkast waren bei ihrer ersten Veröffentlichung «Players Ball» 18 Jahre alt; Foxy Brown bei «I shot Ya» sogar erst 16 Jahre. Aber auch aktuelle Young Gunz – die aufgrund ihres zarten Alters keinen Schweizer Club von innen sehen dürften - arbeiten fleissig an der Zukunft der Rapmusik.

Die zehn wichtigsten Jungrapper