Partnerlook: Ganz schön praktisch oder völlig absurd?

Gleich und gleich gesellt sich gern. Besonders in der Freizeit. Doch wenn Paare in die gleichen Klamotten schlüpfen, rümpfen viele kräftig die Nase. Ein Soziologe erklärt das Phänomen.

Kate und William.

Bildlegende: Ein Paar sieht rot Kate und William. Reuters

«Durch den Look kann man eine gewisse Einheitlichkeit demonstrieren», sagt François Höpflinger. «Das kann für gewisse Leute störend sein, aber signalisiert auch: Diesen Mann oder diese Frau darf ich nicht mehr anbaggern.»

Das Internet ist schuld

Der Partnerlook sei auch ein Phänomen unserer Zeit. «Zum Teil wird er dadurch verstärkt, dass sich Leute im Internet gefunden haben. Im Internet findet man Menschen, die den gleichen Geschmack haben.»

Bei langjährigen Paaren gebe es ein anderes Muster. «Dort gibt es unabsichtliche Partnerlooks. Man merkt dann plötzlich, dass man gleichfarbige Pullover trägt.» Das sei ihm und seiner Frau auch schon passiert, verrät der Soziologe. 

Nordic Walking ohne Geschlecht

«Ein Teil der Freizeitkleidung ist geschlechtslos. Das kann den Partnerlook verstärken», erklärt Höpflinger. Bei Nordic Walkern oder Kanuten könne man von weitem kaum unterscheiden, ob man einen Mann oder eine Frau sehe.

Doch warum verdrehen so viele die Augen, wenn sie ein Paar im Partnerlook sehen? Der Experte vermutet dahinter eine Art Neid. «Menschen, die in einer Beziehung sind, sind oft sehr stark auf ihren Partner bezogen. Das ist für Menschen, die alleine sind, oft störend.»