Politik im Internet: viele Likes für nichts

Am Wochenende lancierte eine Einzelperson auf Facebook die «Volksinitiative Tempo 140 auf Autobahnen». Über 100'000 Leute haben die Initiative mitterweille geliked. Doch die Klicks im Netz sind keine echten Unterschriften und dienen bestenfalls als Versuchsballon.

Die Volksinitiative «Tempo 140 auf Autobahnen» hat mittlerweile über 100'000 Likes. Die Klicks dienen aber bestenfalls als Versuchsballon.

Bildlegende: Die Initiative «Tempo 140 auf Autobahnen» hat mittlerweile über 100'000 Likes. Colourbox

Viele Klicks zeigen, dass ein Thema bewegt und mobilisiert; dass es allenfalls Potenzial gibt, einen echten politischen Vorstoss zu lancieren. Der Politologe Bruno Wüst warnt aber davor, die Klicks umzumünzen auf Unterschriften. Eine echte Unterschrift auf echtem Papier auf der echten Strasse benötige mehr Courage und Überzegung als ein Klick im Internet, sagt er. Die Abstimmung an der Urne werde letztlich sowieso nie im Internet entschieden.

Alltägliches bewegt

Dass eine Erhöhung der Tempolimite so viele Facebook-User mobilisiert, überrascht den Forscher Wüst nicht. Verkehrspolitik habe ganz direkt mit dem Alltag der Menschen zu tun; jeder verfüge über persönliche Erfahrungen, deshalb bewegt sie auch. Speziell gut eignen sich Themen wie Rauchen, Kinder oder Tiere als Inhalte für Petitionen.

5 ausgewählte Petitionen