Roger Federer lässt seine Kritiker alt aussehen

Vor rund einem Jahr wollten Journalisten und Ex-Spieler Roger Federer in den Ruhestand komplimentieren. Den Meister liess das kalt und er schlug gewohnt souverän zurück: «King Roger» küsst wieder Pokale in Serie und steht kurz vor der Rückkehr auf den Tennisthron. Wo sind all die Kritiker geblieben?

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein an einem Denkmal zu rütteln? Es ist gar nicht so lange her, da wagten sich die Kommentatoren aus der Deckung und empfahlen dem besten Tennisspieler aller Zeiten, sich fortan lieber auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Seine grosse Zeit sei vorbei.

Ja, auch Cédric Pioline hat mal Tennis gespielt. Und in seiner gesamten Karriere so viele Turniere gewonnen, wie Roger Federer bislang in seinem vermeintlichen Rücktrittsjahr 2014 – nämlich fünf. Der Ex-Profi war aber bei weitem nicht der einzige, der Federers Stern unaufhaltsam sinken sah. Auch der «Evening Standard» war der Meinung, dass es doch nun genug sei. Dafür gab es verbale Prügel von Federer-Fans.

Dass sich ein Roger Federer von so banalen Dingen wie biologischen Alterungsprozessen besiegen lässt, haben echte Fans sowieso nie geglaubt.

Und sie haben Recht behalten. Wir schreiben das Jahr 2014 und Roger Federer spielt die Konkurrenz mal wieder in Grund und Boden, während die Federer-Kritiker von gestern längst wieder in ihren Löchern verschwunden sind.