Schwule Stimmen: «Do I Sound Gay?»

Erzählt die Stimme mehr über die sexuelle Orientierung, als man(n) sagen will? Oder konkret: «Klinge ich schwul?» Journalist David Thorpe stellt diese Frage – sich selber und anderen: Sprachtrainern, Linguisten, Freunden, Fremden.

Bildcollage: Film-Director David Thorpe mit regenbogenfarbigen Zunge

Bildlegende: Filmemacher David Thorpe will's wissen: «Do I Sound Gay?» Facebook

Es heisst: In der Stimme eines Menschen schwingt und klingt dessen Seele mit. Sie ist ein kompliziertes Wunderding, geprägt durch Hormone, die Stimmlippen, den Kehlkopf, Muskelanspannungen, das Umfeld, in dem man aufgewachsen ist und die Welt, in der man lebt.

Die Stimme plappert Intimes aus

Wer spricht, kann beispielsweise nur schlecht verheimlichen, wie es ihm geht. Aber plaudert die Stimme tatsächlich auch unsere sexuelle Orientierung aus? Nun, wenn David Thorpe den Mund aufmacht, klingt's tatsächlich schwul. Findet er selber. David Thorpe ist ja auch homosexuell. Und trotzdem: Es hat ihn schon immer gestört, dass seine Stimme das gleich jedem verrät. Und es hat ihn noch viel mehr gestört, dass ihn das stört. Irgendwann entschied sich der Journalist aus Brooklyn, New York, darüber einen Film zu drehen.

In «Do I Sound Gay» macht sich Thorpe also auf eine kleine Reise, die bei seiner eigener Verletzlichkeit und Unsicherheit beginnt, sich schliesslich aber mit kulturellen Fragen, mit Sexualität, Identität und Selbstwertschätzung beschäftigt. Es scheint, als sei David Thorpe mit seinem Film ein sehens- und hörenswertes Debüt gelungen.