SRF 3 Reggae-Mann Wyniger rennt am Reggae-Marathon auf Platz 9

Cool Runnings: Unser Reggae-Special-Macher Lukie Wyniger hatte sich vorgenommen, den diesjährigen Reggae-Marathon auf Jamaika zu gewinnen. Dazu hat es nicht gereicht. Der ehrgeizige Läufer schaffte es dennoch auf Platz 9. Sein Tagebuch.

    • Lukie Wyniger

      Bildlegende: Lukie Wyniger lw

      7.12.2014

      Liebes Tagebuch Es hat nicht zum Sieg gerreicht - Platz 9 in 3 Stunden und 4 Minuten. der Traum vom Sieg beim Reggae-Marathon war trotzdem ein schöner, und der gestrige Lauf selbst der schönste meines Lebens. Meine Highlights: der Start um 5.15 Uhr, mit Fackeln beleuchtet und von viel zu lauter Musik begleitet; die zahlreichen Autos mit abenteuerlich gebauten Musikanlagen; die Jamaikanerinnen und Jamaikaner am Strassenrand, die mich anfeuerten; der Sonnenaufgang um 6.30 Uhr und der Zieleinlauf direkt am wunderschönen Strand mit wartender Familie. Dafür hat sich jeder einzelne Kilometer gelohnt, Auch wenn er noch so schmerzte. Jetzt denke ich mal für ein paar Wochen nicht mehr ans Laufen. Von Negril aus reise ich weiter nach Kingston und sauge so viele Eindrücke von diesem wunderbaren Land auf wie möglich. Nochmals danke ich allen, die mitgefiebert haben! euer Lukie

    • Erschöpft aber glücklich. Lukie Wyniger schaffte den Reggae-Marathon in 3h 4min.

      Bildlegende: Erschöpft aber glücklich. Lukie Wyniger schaffte den Reggae-Marathon in 3h 4min. lw

      6.12.2014

      Liebe Freunde. Es hat nicht gerreicht und trotzdem wars der beste Lauf meines Lebens - nicht nur hier in Negril, sondern im ganzen letzten Jahr. Mehr war nicht drin - Platz 9 in 3h 4min beim ‪Reggae-Marathon‬ und doch irgendwie gewonnen. Danke für die Unterstützung. Und jetz gits e Bierli. Villicht sogar zwei.

    • Auf diesen Hummer muss Lukie Wyniger noch etwas warten.

      Bildlegende: Auf diesen Hummer muss Lukie Wyniger noch etwas warten. Keystone

      05.12.2014

      Liebes Tagebuch, wir sind in Negril angekommen - und damit also: im Paradies. Unser kleines Cottage liegt 60 Meter vom Strand entfernt, das Wetter ist traumhaft - alle etwaigen Weihnachtsgefühle aus der Heimat weichen Hochsommer-Vibes. Die Menschen hier sind alle sehr nett zu uns und viele wissen bereits, was ich hier vorhabe. Alle freuen sich und wollen mich unterstützen. Heute Morgen früh lief ich mir auf einem Teilstück der Strecke vom Samstag die Reisemüdigkeit aus den Gliedern - es fühlt sich gut an, hier zu laufen, ich bin fit - der Startschuss kann kommen! der Renndirektor war ebenfalls unterwegs und hat mich persönlich begrüsst. man fühlt sich hier wirklich willkommen. Jetzt muss ich irgendwie versuchen, meine volle Konzentration zu finden. Gar nicht so einfach zwischen frischem Lobster direkt aus dem Meer, Traumstränden und Irie FM - dem Sender, der den ganzen Tag meine Lieblingslieder spielt... Aber das wird schon werden. Spätestens morgen sorgt die Aufregung vor dem Start für den nötigen Fokus. Und mein Freund, Betreuer und Ernährungsspezialist Roman Gruber hilft mir auch dabei, nicht im Jamaika-Feeling mein Ziel aus den Augen zu verlieren. Also. Ein Tag noch. Bis morgen! Dein Lukie

    • Luki trainiert mit Sprint-Star Alex Wilson.

      Bildlegende: Luki trainiert mit Sprint-Star Alex Wilson. Screenshot

      04.12.2014

      Liebes Tagebuch, aus dem, worüber ich dir hier täglich erzähle, sollte ursprünglich eigentlich mal ein Film werden. Eine Filmproduktionsfirma hatte sogar schon mit den Aufnahmen begonnen. Zum Beispiel beim Training mit dem schweiz/jamaikanischen Sprint-Star Alex Wilson. Aber es kam nicht genug Geld für das Filmprojekt zusammen, und so sitze ich jetzt ohne Kamerateam im Flieger nach Montego Bay. Die Lumpenbrüder haben mir aber einen kleinen Zusammenschnitt von den ersten Dreharbeiten mit auf den weiten Weg nach Jamaika gegeben. Als kleine visuelle Motivationsspritze. Schaus dir an, liebes Tagebuch! dein lukie

    • Moderator Lukas Wyniger mit Fritz

      Bildlegende: Lukie und Fritz ZVG

      02.12.2014

      Liebes Tagebuch, die Welt ist gerade riesig und klein zugleich. Nach einem letzten Training auf einer Basler Tartanbahn und einem Fotoshooting heute Morgen, verabreicht Fritz Zürcher mir gerade eine Massage. «Massage» ist bei einem Therapeuten, der mehrfacher Karatemeister ist, womöglich nicht der richtige Begriff, aber wie soll man es sonst nennen? Gross fühlt die Welt sich deshalb an, weil es gleich losgeht Richtung Frankfurt. Ich kann den Start jetzt gar nicht mehr erwarten, ich fühle mich locker und freue mich sogar auf die lange Reise. Ob ich alles dabei habe, sehe ich dann in Jamaika, immerhin streikt die Lufthansa nicht mehr, hinkommen sollten wir also problemlos. Klein fühlt die Welt sich an, weil Fritz, der besagte Karatemeister, seit fast 30 Jahren mein Nachbar ist. Da wohnt man Ewigkeiten Hauswand an Hauswand, und irgendwann, nach drei Jahrzehnten, steht der eine Sportler im Kimono an einer Liege, walkt dem anderen Sportler die müde gerannten Beine und motiviert ihn zu Höchstleistungen. Jetzt verstehe ich endlich, warum an Fritz Klingelschild «Psychosynthese» steht. Also. Wir hören uns wieder aus Jamaika, Freunde! Euer Lukie.

    • Lukie Wyniger mit Bruder und Vater.

      Bildlegende: #teamwyniger! ZVG

      01.12.2014

      Liebes Tagebuch, nach einem erholsamen Wochenende habe ich gerade herausgefunden, dass meine Konkurrenz beim Marathon in Negril nicht nur aus Jamaikanern besteht: es geht ein weiterer Schweizer an den Start! Grégoire Schneider aus Neuenburg könnte mir gefährlich werden. Er ist bereits seit einiger Zeit in Jamaika, hat also Vorteile, was die Akklimatisierung betrifft. Das Klima ist ja doch ein etwas anderes in der Karibik. Dass er ein guter Läufer ist, hat er kürzlich bei einem 10km-Lauf in Kingston unter Beweis gestellt: 35 Minuten standen am Ende auf der Uhr, das macht mir gerade ein bisschen Angst… Aber meine Familie macht mir Mut: Nachdem ich meine Laufschuhe gepackt hatte, verabschiedete ich mich von meinem Vater, der immer als Vorbild und Mentor für mich da war. In meinem Geburtsjahr lief er den München-Marathon in 2:35 h. Und auch mein Bruder und bester Freund Raphael, der mich nach Jamaika begleitet, gibt mir das nötige Selbstvertrauen, um hoch motiviert nach Negril zu reisen. #teamwyniger ist nicht umsonst das Hashtag, unter dem ich auf den sozialen Medien veröffentliche. Danke Euch, Männer!

    • Lukie beisst sich durch. So fein - Bürger mit viel schlechtem Fett.

      Bildlegende: Lukie beisst sich durch. So fein - Bürger mit viel schlechtem Fett. SRF 3

      29.11.2014

      Liebes Tagebuch, heute schreibt nicht Lukie, sondern einer seiner Freunde über ihn. Seit einem Jahr trainiert der Mann jetzt auf den Reggae-Marathon hin, rennt sich allwöchentlich fünf, sechs Mal die Seele aus dem Leib, isst lauter gesundes Zeugs und beschäftigt sich unermüdlich mit Ernährungszusätzen, Trainingsplänen und Körperfettanteilen. Es ist beeindruckend, wie sehr ein Mensch sich binnen eines Jahres verändern kann. Früher hat Lukie nämlich mal ziemlich ungesund gelebt und wäre wahrscheinlich keine 10 Kilometer weit gelaufen. Schon gar nicht in dem Tempo, das er heute vorlegt. Wir hoffen alle für ihn, dass er seinen Traum vom Sieg auf Jamaika Wirklichkeit werden lässt. Auch, weil er danach vielleicht für ein paar Wochen aufhört, permanent über`s Durch-die-Gegend-Rennen zu reden und mal wieder ein paar Bier mit uns trinken geht. Vielleicht isst er sogar mal wieder einen Burger mit schlechtem Fett, wenn er den Sand vom jamaikanischen Strand aus seinen Laufschuhen geschüttelt hat. Wir werden´s sehen. Erstmal drücken wir ihm die Daumen für eine Spitzenzeit im Ziel. Renn, Lukie, renn!!

    • Programm des «Reggae Marathon» in Jamaika

      Bildlegende: Der Flyer mit dem Programm ZVG

      28.11.2014

      Liebes Tagebuch, heute arbeite ich ein letztes Mal im Studio Zürich, bevor ich in die Ferien darf. Rechtzeitig zu meinem letzten Arbeitstag haben die Organisatoren das detaillierte Programm veröffentlicht. Besonders freue ich mich darüber, dass Iba Mahr am «The Finish Line Beach Bash» auftreten wird. Iba Mahr ist ein jamaikanischer Reggae-Newcomer, der mit «Diamond Sox» einen der ganz grossen Hits des Jahres landete. Iba Mahr besingt darin die Lieblingssocken stilbewusster Jamaikaner... Endlich scheint sich die Anspannung der letzten Tage in Vorfreude zu verwandeln. Mein Bruder wird mit nach Jamaika reisen – ich kann es kaum erwarten, mit ihm und dem Rest meiner Familie im Zielbereich zur Musik von Iba Mahr zu tanzen. Erschöpft, aber hoffentlich glücklich. Sicher aber: frisch geduscht und nach 42'195 Metern endlich barfuss und damit ohne «Diamond Sox» am Sandstrand von Negril. Iba Mahr wird es mir verzeihen.

    • Lukie und Caro.

      Bildlegende: Lukie und Caro. PD

      27.11.2014

      Liebes Tagebuch, heute am frühen Morgen habe ich meine letzte wirklich harte Trainingseinheit vor dem Lauf am 6.12. absolviert. Drei mal 5km in je 19 Minuten auf der Tartanbahn. Sehr anstrengend, und trotzdem steigt meine Anspannung langsam in den unerträglichen Bereich. Keine Ablenkung funktioniert jetzt mehr, zu viel Presse, zu nah dran ist der Startschuss mittlerweile. Nach dem Training traf ich meine Kollegin Caroline Lüchinger von SRF 2 zum Mittagessen im Radiostudio Basel. Statt angenehmer Ablenkung zu Wolfsbarsch und Erbsenmousse dann aber ein Gespräch über den Basler Stadtlauf, den Caroline am Samstag unter 25 Minuten absolvieren möchte. Bei jedem Tipp, den ich ihr gegeben habe, wurde mir immer wieder aufs Neue bewusst, dass es jetzt tatsächlich nur noch 9 Tage sind bis zum Reggae-Marathon. Heute Abend treffe ich mich noch mit der Basler Zeitung, um über mein Marathon-Projekt zu sprechen. Also wieder keine Ablenkung. Ich hoffe, ich kann meine kohlenhydratarmen Zuchetti-Spaghetti dann trotzdem geniessen.

    • Lukie und Dano Tamasy

      Bildlegende: Lukie und Dano Tamasy SRF 3

      26.11.2014

      Liebes Tagebuch, gestern Abend habe ich also, wie geplant, im Reggae-Special verkündet, dass ich den Reggae-Marathon gewinnen will. Die Reaktionen sind überwältigend! Sogar eine grosse Zeitung aus Basel hat sich gemeldet und will mit mir über die Geschichte sprechen. Und die Organisatoren auf Jamaika haben über die sozialen Medien auch Wind bekommen von der Sache – und jetzt wollen sie, dass ich mich am Abend vor dem grossen Lauf in Negril im Medienzelt einfinde. Scheint, als wüssten bald wirklich ziemlich viele Menschen von meinem Vorhaben... Also muss ich jetzt auch tatsächlich schnell sein auf Jamaika. Oder jedenfalls mein bestes geben. Statt mich im Medien-Hype zu sonnen, bin ich deshalb gleich über Mittag eine Runde laufen gegangen. Mein Kollege Dano Tamasy von SRF1 hat mich begleitet. Er läuft nicht nur neben mir her, mit ihm kann ich mich gleich auch über neue Trainingsmethoden, Ernährungsstrategien und Laufverletzungen unterhalten. Sehr angenehm. Da vergesse ich zwischendurch fast, was für eine Lawine ich da gerade losgetreten habe… bis Morgen, Dein Lukie

    • 25.11.2014 – der Start

      Liebes Tagebuch, heute schreibe ich Dir zum ersten Mal. Bis zum Reggae-Marathon am 6. Dezember auf Jamaika werde ich hier jeden Tag ein paar Zeilen hinterlassen. Warum? Weil ich beim Reggae-Marathon an den Start gehe. Und das soll doch die Reggae-Schweiz ruhig mitbekommen. Deswegen erzähle ich heute Abend im Reggae-Special auf SRF3 gleich mal davon. Und erwähne bei der Gelegenheit auch gleich noch, dass ich das Rennen gewinnen will. Wenn schon Druck, dann richtig. So. Jetzt muss ich noch ein bisschen trainieren. Soll ja klappen mit der Bestzeit. Bis heute Abend! Dein Lukie

      3:33 min

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