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Aktuell Studi sucht Schlafplatz – so steht's um Wohnraum in Uni-Städten

Die grösste Herausforderung für Studienanfänger wartet oft ausserhalb der Uni: Ein bezahlbares Zimmer auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden! Weil sich die Zahl der Studierenden Jahr für Jahr erhöht, fehlen tausende Unterkünfte. Uni-Städte von Genf bis Zürich suchen fieberhaft nach Lösungen.

Legende: Audio Die schwierige Zimmersuche in den Uni-Städten abspielen. Laufzeit 3:07 Minuten.
3:07 min

  • Die Zürcher Altstadt.
    Legende: Die Zürcher Altstadt. Keystone

    Zürich: Studierende auf Campingplätzen

    Obwohl das Herbstsemester bereits vor drei Wochen begonnen hat, haben nach wie vor nicht alle Studenten eine Bleibe gefunden. Sie übernachten teils auf Campingplätzen und in Jugendherbergen. Oder sie pendeln – auch über lange Strecken. Auf der Warteliste des Vereins Jugendwohnnetz JUWO stehen über 1‘000 Studis, die auf der Suche nach einer günstigen Wohnung oder einem Zimmer sind. Bald beginnt Zürich mit dem Bau neuer Studentenwohnheime. Zudem werden Zwischennutzungen vermehrt überprüft. So sollen Studenten beispielsweise in einem ehemaligen Altersheim unterkommen. Auch Container-Lösungen sind denkbar.

  • Die Berner Altstadt.
    Legende: Die Berner Altstadt. Keystone

    Bern: Voll besetzte Studierendenlogierhäuser

    Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist prekär – besonders was günstigen Wohnraum für Studenten anbelangt. Die Studierendenlogierhäuser sind bereits seit Mai voll besetzt. Die Warteliste ist lang. Man versucht zu erreichen, dass die Stadt Bern mehr günstigen Wohnraum anbietet. Dies gestaltet sich jedoch schwierig, da günstiger Wohnraum enorm gefragt ist – nicht nur bei Studenten.

  • Ein Modell der Stadt Genf.
    Legende: Ein Modell der Stadt Genf. Keystone

    Genf: Wohncontainer für Studierende

    Aktuell fehlen 500 Plätze, um alle Studierenden unterzubringen. Die Lage wird sich nicht entspannen, da die Uni Genf damit rechnet, dass sich die Zahl der Studenten in den nächsten fünf Jahren von knapp 17‘000 auf 21‘000 erhöhen wird. Die Uni Genf liebäugelt mit mobilen Wohneinheiten in Form von Containern, die auf leeren Plätzen aufgestellt werden können. Vorteil: Die Container können aufeinander gestapelt werden. Ziel der Uni Genf ist es auch, mehr eigenen Wohnraum für Studis zu besitzen.

  • Blick auf Fribourg.
    Legende: Blick auf Fribourg. SRF

    Fribourg: Die Warteliste wächst und wächst

    Bei der Stiftung für studentisches Wohnen «Apartis» standen zu Semesterbeginn 700 Personen auf der Warteliste. In den letzten Jahren hat sich die Problematik des knappen Wohnraums für Studenten massiv verschärft. «Apartis» muss künftig möglicherweise Liegenschaften in der Agglomeration mieten oder erwerben. Zudem ist ein neues Studentenwohnheim mit 500 Plätzen geplant.

  • Blick auf die Basler Innenstadt.
    Legende: Blick auf die Basler Innenstadt. Keystone

    Basel: Wohnraum gegen Hilfe im Haushalt

    Beim Verein für Studentisches Wohnen «WoVe» standen zu Beginn des Semesters um die 150 Studis auf der Warteliste, die noch eine Bleibe suchten. «WoVe» hat ein aussergewöhnliches Projekt lanciert. Bei «Wohnen für Hilfe» wohnen Studenten bei Leuten, die über zu viel Wohnraum verfügen – beispielsweise, wenn die Kinder ausgezogen sind oder ein Ehepartner verstorben ist. Statt Miete zu bezahlen, leisten die Studis Haushaltshilfe.

  • Die Kirche St. Laurenzen in St. Gallen.
    Legende: Die Kirche St. Laurenzen in St. Gallen. Keystone

    St. Gallen: Noch gibt's genug Wohnraum

    Im Moment ist noch genug günstiger Wohnraum für Studis auf dem freien Markt vorhanden. Allerdings steigt auch in St. Gallen der Druck und der Wohnraum wird knapper. Einerseits setzt St. Gallen auf das Matching-Prinzip: Austauschstudenten ziehen übergangsweise in Zimmer von Schweizer Studenten, die Auslandsemester absolvieren. Langfristig ist der Bau eines neuen Studentenwohnheims mit 100 Zimmern geplant.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Karl Linder, Basel
    Es braucht die Flexibilität, auch auf industriellen Brachen Wohn-Container aufstellen zu dürfen. Zudem müsste die alte Logik der 'Schlummermutter' wieder reaktiviert werden. Will heissen: Vermieten von Zimmern in zu grossen Wohnungen, das käme den Studenten zu gute.
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