Zum Inhalt springen

«The Handmaid’s Tale» Bei dieser Serie legst du dein Handy freiwillig weg

Diese Woche startet die zweite Staffel «The Handmaid’s Tale». Hattest Du die Serie bislang nicht auf dem Radar? Dann unbedingt JETZT schauen, sagt Radio SRF 3-Serienexperte Mani Neubacher. Hier sind 5 Gründe:

Versklavte Gebärmaschine: Elisabeth Moss als Offred in «The Handmaid’s Tale».
Legende: Versklavte Gebärmaschine: Elisabeth Moss als Offred in «The Handmaid’s Tale». Bild: Hulu

Als ich letzten Frühling die erste Folge «The Handmaid’s Tale» schaute, war mir sofort klar: Diese Serie verlangt meine volle Aufmerksamkeit. Mit dieser Serie kann ich mich nicht berieseln lassen und nebenbei auf dem Handy rumtippen. Das wäre schade um die brillante Serie. Und gar nicht möglich. Die Serie zog mich so rein, dass ich mein Handy für einmal völlig vergass.

Grund 1: Spiegel unserer Zeit

«The Handmaid’s Tale» spielt in einer düsteren Zukunft. Fast alle Frauen sind wegen Umweltzerstörung und Geschlechtskrankheiten unfruchtbar. Gebärfähige Frauen werden vom Staat geknechtet. Sie dienen reichen Familien als Handmaids. Gebärmaschinen. An ihren fruchtbaren Tagen werden sie von den Familienvätern vor den Augen derer Frauen vergewaltigt.

Mich machte die Serie immer wieder fassungslos. Man spürt: Die Geschichte ist zwar erfunden. Aber sie hat einen wahren Kern. Das fuhr mir als Zuschauer gewaltig ein.

Grund 2: Mitleiden mit der Hauptfigur

Was mich am meisten in die Serie zog: Die Hauptfigur Offred. Ihre Geschichte ist so tragisch, dass ich beim Schauen manchmal kurz Pause drücken musste, um durchzuatmen.

Als Handmaid wird ihr jegliche Freiheit genommen. Wo sie sich bewegt, mit wem sie spricht, was sie anzieht: Alles wird ihr vorgeschrieben. Trotzdem erkämpft sich die mutige Offred Raum für ihre eigene Persönlichkeit. Das hat mich bewegt.

An ihren fruchtbaren Tagen wird Offred vom Familienoberhaupt vor den Augen seiner Frau vergewaltigt.
Legende: Handmaid Offred (im roten Magdkleid) nach der rituellen Vergewaltigung. Hulu

Grund 3: Retro-Ästhetik

Die Serienmacher wählten für die grauenhafte Zukunft eine besonders aufgeräumte Ästhetik. Opulente Herrschaftshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, üppige Gärten und perfekt geschneiderte akkurate Kleidung. So schön ist das alles, dass es zwanghaft wirkt.

Opulente Retro-Ästhetik in der Serie
Legende: Opulente Retro-Ästhetik in der Serie Hulu

Grund 4: Kritikerlob

«The Handmaid’s Tale» ist die meistgelobte Serie der letzten Jahre. Und x-fach ausgezeichnet. Unter anderem mit 2 Golden Globes und 8 Grammys.

Grund 5: Mitreden am Mittagstisch

Schon die erste Staffel «The Handmaid’s Tale» wurde weltweit heiss diskutiert. Häufig schlägt aber erst die zweite Staffel einer Hitserie so richtig beim Publikum ein, weil über die Monate laufend neue Zuschauer dazukommen. Wenn diese Woche die zweite Staffel «The Handmaid’s Tale» draussen ist, ist die Serie als Gesprächsthema am Mittagstisch so gut wie gesetzt.

Die erste Staffel «The Handmaid’s Tale» ist in der Schweiz auf DVD erhältlich und als legaler Download unter anderem bei iTunes und Microsoft.

Die zweite Staffel erscheint in den USA am Mittwoch 25. April beim Streamingdienst Hulu. In der Schweiz ist sie bis auf Weiteres nur als rechtlich fragwürdiger Internetstream oder Bittorrenddownload verfügbar.

Der SRF 3-Newsletter

Der SRF 3-Newsletter
Legende:SRF

Abonniere unseren neuen Newsletter mit den besten Geschichten der Woche, Videos und Podcasts. Hier Newsletter abonnieren

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Matthias Marti (marty7)
    Da drängt sich natürlich die Frage auf, wie denn der Schreibende die Serie geschaut hat? ;) Und was würdest du denn genau als rechtlich fragwürdigen Internetstream kategorisieren?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Emanuel Neubacher (Emanuel Mani Neubacher)
      Lieber Matthias, mein Artikel bezieht sich ja auf die erste Staffel. Die zweite Staffel geht erst heute an den Start. Konnte ich also noch gar nicht schauen. Als Serienfan schaue ich immer alles legal, was ich irgendwie legal kriegen kann. Wenn wie Handmaids Tale eine Serie aber gar nicht legal verfügbar ist in der Schweiz, behelfe ich mir mit Bittorrent. Was in der Schweiz nicht strafbar ist. Aber das wirklich nur als Ausnahme, wenn es keine Möglichkeit gibt, für die Serie zu bezahlen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen