Transferzeit im europäischen Fussball - Wer stoppt den Wahnsinn?

Als würden die Geldquellen nie versiegen. Die Top-Fussballvereine in Europa haben auch in dieser Transferperiode wieder tüchtig in neue Spieler investiert. Kaum ein Tag, an dem kein Millionen-Transfer publik wurde. Dabei könnten sich das viele Vereine gar nicht leisten.

Spanien geht es derzeit nicht gut. Die Staatskassen sind leer und fast jeder vierte Spanier ist arbeitslos. Bei den unter 25-Jährigen hat sogar jeder Zweite keinen Job. Von der Krise nicht betroffen sind anscheinend die Fussballvereine. Wie lässt es sich sonst erklären, dass Real Madrid über 100 Millionen Franken für den Waliser Gareth Bale auf den Tisch legen kann.

Spielzeug der Milliardäre

Der Schein trügt. Viele Fussballvereine leben über ihren Verhältnissen. Alleine in Spanien haben die Profi-Klubs weit über 900 Millionen Franken Steuerschulden. Der Staat denkt jetzt sogar darüber nach diese zu erlassen. Doch nicht nur die Vereine in Spanien schreiben rote Zahlen. Beispiele findet man in allen europäischen Topligen.

Finanzielle Einnahmen aus sportlichen Erfolgen werden fix eingeplant. Werden diese nicht erreicht, fehlt ein grosses Stück des Kuchens auf der Einnahmenseite. So zu kalkulieren ist ein grosses Risiko. Ein Risiko, dass vermehrt durch einen finanzstarken Klubbesitzer abgefedert wird.

Unter den europäischen Top-Klubs sind zahlreiche, die von einem reichen Investor mit Geld unterstützt werden. Solch eine finanzielle Unterstützung ist jedoch selten nachhaltig. Diese Investoren wollen in erster Linie Geld verdienen.
Der Verein wird zur Handelsware.

Was wenn der Erfolg ausbleibt?

Leider kann in jeder Liga nur eine Mannschaft Meister werden. Und auch in der Champions-League gibt es nur einen Siegerpokal. Bedeutet: Viele Investoren verabschieden sich mittelfristig und dem Verein bleibt eine Loch in der Kasse. Bestes Beispiel ist der FC Liverpool. Die Investoren Tom Hicks und George Gillett hinterliessen dem Traditions-Verein einen Schuldenberg von rund 280 Millionen Euro.

Keine anwendbare Lösung in Sicht

Da die Vereine ihre massiven Ausgaben durch steigende Spielergehälter und Ablösesummen nicht mehr alleine durch die Einnahmen decken können, hat die UEFA eine Financial Fairplay Regel verabschiedet.

Diese sieht vereinfacht gesehen vor, dass die Fussballvereine mittelfristig auf gesunden finanziellen Beinen stehen. Werden die Regeln nicht eingehalten, kann die UEFA Sanktionen aussprechen. Zum Beispiel kann ein Verein von der Champions-League ausgeschlossen werden.

Ein ähnliches Modell wird in den nordamerikanischen Profiliegen (z.B. NHL, NBA, NFL) angewendet. Dort wurde für die Spieler zum Beispiel eine Lohn-Obergrenze vereinbart.

Financial Fairplay Regel mit wenig Chancen

Diese Massnahmen der UEFA klingen zwar aller ehrenwert, doch es ist nicht zu erwarten, dass diese auch konsequent durchgesetzt werden. Warum soll sich ein Fussballverein an diese nicht gesetzlichen Richtlinien halten, wenn dieser es nicht einmal für nötig hält die Steuern zu bezahlen?

Weiter darf bezweifelt werden, dass die UEFA einen Verein wie Real Madrid von der Champions-League ausschliesst. Denn auch die UEFA will Geld verdienen und das macht sie über die Zugpferde wie das weisse Ballett aus Madrid.

Ein leuchtendes Vorbild für ganz Fussball-Europa

Der Wahnsinn wird also aller Voraussicht weitergehen. Und irgendwann wird es einen der grossen Vereine in den Ruin treiben. Dass das nicht so sein muss zeigt der FC Bayern München. Dieser Verein schreibt als einziger Top-Klub Europas schwarze Zahlen und ist gleichzeitig nicht an einen Investor gebunden. Dass dieses Model durchaus erfolgreich ist, musste die Konkurrenz in der abgelaufenen Saison schmerzhaft erfahren.

Vereine mit Investor im Rücken

  • Manchester City
  • Arsenal London
  • FC Liverpool
  • AC Milan
  • Inter Mailand
  • Hanover 96
  • TSG Hoffenheim
  • FC Chelsea
  • AS Rom
  • Schachtar Donezk
  • Paris Saint Germain