Viel Liebe für den Sellerie – ein Praktikum im Mode-Wahnsinn

Wenn sich in New York, London, Mailand und Paris alles um Mode dreht, dann ist auch bei den Fashion PR-Firmen Feuer im Dach. SRF 3-Redaktorin Florence Fischer hat während der London Fashion Week im September 2009 spezielle Erfahrungen gemacht.

Euphorisiert von der Idee, ein Praktikum in einer Fashion PR-Firma zu machen, stürzte ich mich in den Londoner Modezirkus. Mit den typischen Schweizer Eigenschaften Zurückhaltung, Fleiss und Freundlichkeit bin ich grandios gescheitert. Regel Nummer 1: Man ist nicht freundlich, nicht fröhlich und schon gar nicht zurückhaltend. Wer was erreichen will, ist fies, hackt gegen unten und ist nur freundlich gegen oben – wenn überhaupt.

14 Stunden in High Heels haben auch etwas Gutes

Backstage werden Models geschminkt.

Bildlegende: Fashion Week: Vorne sitzt Anna Wintour, Backstage keine Spur von Glamour. zvg

Während der Fashion Week habe ich als Platzanweiserin an den Modeschauen gearbeitet. 14-Stunden-Tage mit High Heels waren Pflicht. Das Gute daran: Ich kann heute noch in High Heels joggen. Und durch diese Erfahrung sind meine Zehen soweit abgestorben, dass sie keine Schmerzen mehr empfinden.

Kalorienkiller auf dem Speiseplan

Gegessen hat man während der Arbeit, wenn überhaupt, ein gutes Stück Sellerie. Weil dem armen Sellerie nachgesagt wird, dass er negative Kalorien habe, also beim Verdauen mehr Kalorien verbraucht, als man damit zu sich nimmt. Ich weiss bis heute nicht, ob das wirklich stimmt. Aber das Sellerie-Menu war das einzige, was man im Team brüderlich geteilt hat. Deswegen: Viel Liebe für den Stangensellerie. Er macht Fashion-PR Praktikanten das Leben ein kleines Stück wärmer.